Berlin Beschichtete Pfannen eignen sich für alles, was nicht anpappen soll. Eierspeisen, Gemüse, Fisch lassen sich sanft darin garen. Die Antihaftschicht ist allerdings empfindlich – scharfe Messer, saure Lebensmittel, kratzende Reinigungsschwämme können sie zerstören. Der Pfannen-Test der Stiftung Warentest zeigt: Früher oder später verliert jede Versiegelung ihre Wirkung.

Nur vier von 14 Pfannen sind gut. Manch teure Markenpfanne wie WMF oder Le Creuset für bis zu 130 Euro ist insgesamt schlechter als günstige Modelle ab 17 Euro. Zwei Pfannen bergen Sicherheitsrisiken und sind mangelhaft: 365+ von Ikea (24,40 Euro) und Steinbach Altadena von Real (30 Euro). Testsieger ist die Diamas Pro Industar für 60 Euro von Gastro Sus.

Nutzung simuliert

Im Labor malträtierten die Prüfer die Pfannen ordentlich, um eine Nutzung über rund drei Jahre zu simulieren. Befüllt mit Metallkugeln und grobem Schleifmittel rüttelten sie jeden Prüfling 45 Minuten auf einer vibrierenden Platte durch. Einige Pfannen sahen danach mitgenommen aus. Ihre Beschichtungen aus Polytetrafluorethylen (PTFE), auch bekannt unter dem Markennamen Teflon, waren stark angegriffen. Der anschließend darin gebackene Pfannkuchen löste sich nur mit Mühe. Auch alle übrigen Pfannen büßten an Antihaftwirkung ein. Aus keiner rutschte der Pfannkuchen von selbst. Für andere Speisen sind sie aber oft noch zu gebrauchen.

Metallbesteck zerkratzt

Der größte Feind beschichteter Pfannen ist Metallbesteck. Naschen mit der Gabel kann reichen, um feine Kratzer in der Kunststoffschicht zu hinterlassen. Im Labor ritzten die Prüfer Gittermuster in die Beschichtung und prüften, ob sie um die Schnitte abplatzt. Anschließend mussten alle Pfannen tagelang mit säurehaltiger Tomatensoße im Wärmeschrank ausharren, um ihre Korrosionsbeständigkeit zu beweisen. In einer Pfanne korrodierte die Versiegelung und warf Blasen. In einem anderen Modell bröckelten ganze Teile der Beschichtung ab. Für die Gesundheit ist das ungefährlich. Der Körper scheidet verschluckte PTFE-Partikel unverdaut aus. Die Antihaftwirkung ist jedoch zerstört.

Induktion fordert heraus

Für ebenmäßig gebräunte Speisen spielen die thermischen Eigenschaften der Pfanne eine Rolle. Der Boden soll die Hitze vom Herd schnell aufnehmen und gleichmäßig verteilen. Im Labor waren die Unterschiede groß, vor allem auf Induktionsfeldern. Deren Spulen erzeugen in kurzer Zeit viel Hitze direkt über ihnen. Die Pfannen müssen die Wärme gleichmäßig am Boden verteilen. Manchen Modellen gelingt das schlecht. Die Prüfer der Stiftung Warentest ermittelten Temperaturunterschiede von bis zu 220 Grad am Boden einer Pfanne. So ist das Steak teils „well done“, teils blutig.

Ein Griff bricht ab

Gar nicht „well done“ ist der Kunststoffgriff der Real-Pfanne. Er brach im Labor ab. Die Tester belasteten ihn mit einer Kraft von 100 Newton, also so viel wie nötig ist, um zehn Kilogramm anzuheben. Das sieht die Prüfnorm vor. Wird eine volle Pfanne mit Schwung angehoben, können durchaus solche Kräfte auf den Griff wirken. Mit heißen Speisen darin besteht Verbrennungsgefahr, wenn er bricht.

Mit 400 Grad zu heiß

Gefährlich werden kann auch die getestete Bratpfanne von Ikea: Innerhalb von rund zwei Minuten heizte sie sich im Test auf bis zu 400 Grad Celsius auf. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt: Ab 360 Grad Celsius setzt PTFE giftige Dämpfe frei, unter anderem Fluorverbindungen. Nicht nur am Boden wurde die Ikea-Pfanne zu heiß, sondern auch am Griff. Im Test heizte er sich auf 67 Grad Celsius auf – hier sind Verbrennungen möglich.

Spitzenreiter

  Vier Pfannen sind gut. Am besten brät die Gastro Sus Diamas Pro (60 Euro). Dahinter folgt Fisslers Adamant Comfort (100 Euro), mit fast 1,5 Kilogramm die schwerste im Test. Platz drei teilen sich Zwilling Madura Plus (70 Euro) mit langlebiger Antihaftwirkung und Woll Concept (53,50 Euro), deren Beschichtung recht empfindlich ist.

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