Berlin Bei Durst greifen die Deutschen gern zu Apfelschorle. Praktisch – vor allem für unterwegs – ist fertig gemixte. Die Stiftung Warentest hat 24 Fertigschorlen geprüft, unter anderem Lift, Sinalco und Fritz-spritz.

Der Test bringt trübe Ergebnisse: Sieben Produkte schneiden mangelhaft ab, sieben weitere ausreichend, berichtet die Zeitschrift „test“ (4/19). Aber es gibt auch einen klaren Testsieger, Wiesengard von Aldi Nord, mit 39 Cent pro Liter eine der günstigsten Schorlen im Test.

Verkostung im Labor

Apfelsaftschorle ist ein Mix aus Apfelsaft und Sprudelwasser. Der Gehalt an Apfelsaft beträgt mindestens 50 Prozent, im Test liegt er oft bei 60 Prozent. Manche Fertigschorlen, vor allem Bio-Apfelschorlen, enthalten Direktsaft. Die meisten werden aber mit Apfelsaft aus Apfelsaftkonzentrat hergestellt. Zucker dürfen die Hersteller nicht zugeben.

Die Preise der Apfelschorlen reichen von 39 Cent bis 4,50 Euro pro Liter. 15 Produkte enthalten Apfelsaft aus Konzentrat, sieben Produkte ausschließlich Direktsaft und zwei eine Mischung aus Apfeldirektsaft und Konzentratsaft.

Die Tester haben alle Schorlen im Test verkostet. Im Labor prüften sie etwa den Aromagehalt und die chemische Qualität, untersuchten auf Fremdzucker, unerwünschte Stoffe, Krankheitserreger und Verderbniskeime. Außerdem bewerteten sie die Kennzeichnung.

Sieben der 24 getesteten Getränke schneiden mangelhaft ab, sieben weitere ausreichend. Der Grund für das trübe Ergebnis: Die Analysen lassen darauf schließen, dass die meisten Anbieter keine guten Saftqualitäten verarbeiten. Bei manchen Schorlen wurde etwa das eingesetzte Konzen­trat nicht korrekt zu Saft zurückverdünnt – es fehlt an Apfelaroma. Bei anderen waren die Äpfel zum Teil verdorben oder wurden nicht sorgfältig verarbeitet, mangelhaft schneiden deshalb die Säfte von Dennree und Ostmost ab.

Zwei Bio-Apfelschorlen – die von Aldi Nord und Süd – überzeugten die Tester bei der Verkostung: Sie schmecken aromatisch, komplex, kräftig nach reifem Apfel und fruchtsäuerlich.

Sie enthielten aber vergleichsweise viel Methanol. Solche Mengen bilden sich etwa, wenn Hersteller Äpfel stark mit Enzymen behandeln, um die Saftausbeute zu erhöhen. Das ist erlaubt, und ein Gesundheitsrisiko ist nicht zu befürchten, die Methanol-Gehalte sprechen aber für keine gute Herstellungspraxis.

Bei aller Kritik, es gibt auch Erfreuliches: Schadstoffe und Keime trüben den Genuss nicht. Keinem Produkt ist Fremdzucker zugesetzt. Die Fertigschorlen bringen aber schon von Natur aus reichlich Zucker mit. Als Durstlöscher taugen sie im Alltag daher nur hin und wieder.

Die Tester empfehlen, Fertigschorlen nur ab und zu zu trinken, und verweisen dabei auf die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Besser sei es, sie selbst zu mischen, vor allem um Zucker zu sparen. Denn in einem halben Liter Fertigschorle stecken immerhin noch bis zu neun Zuckerwürfel.

Besser selbst mischen

Ernährungswissenschaftlerin Monika Bischoff vom Zentrum für Ernährungsmedizin und Prävention in München rät, einen guten Apfelsaft, der auf 100 Milliliter nicht mehr als 45 Kalorien hat, mit Wasser im Verhältnis 1:3 zu mischen. „Damit hat man eine gute isotonische Flüssigkeit. Deren Teilchen haben die gleiche Zusammensetzung wie Blutplasma und werden so vom Körper schnell aufgenommen“, erklärt Bischoff den Vorteil von Apfelsaftschorle.

Die Wissenschaftlerin hat noch einen Tipp als alternativen Durstlöscher, gerade bei sportlichen Aktivitäten: „Alkoholfreies Weißbier ist ebenfalls isotonisch, hat noch weniger Kalorien als Äpfel und dafür mehr B-Vitamine.“

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