Berlin (dpa) - Wird es der Abend von "Toni Erdmann" oder heißt der Sieger bei der Lola-Verleihung doch anders? Der rote Teppich bei der Verleihung des 67. Deutschen Filmpreises war schon am Nachmittag ausgerollt.

Rund 2000 prominente Gäste kamen am Freitag ins Berliner Palais am Funkturm - ein langes Schaulaufen vor Fans und Fotografen im wechselhaften Berliner April-Wetter.

In glamourösen Roben oder im eleganten Smoking posierten die Stars ausgiebig und freuten sich über das ein oder andere Wiedersehen mit Kollegen. Die Lola-Verleihung ist für Schauspieler, Regisseure und andere Filmschaffende immer auch eine Art Familientreffen - selten kommen so viele Macher aus der Filmbranche auf einmal zusammen.

Unter den Gästen: Senta Berger, Iris Berben, Heiner Lauterbach, Bastian Pastewka, Sandra Hüller, Katja Riemann, Florian David Fitz, Clemens Schick und Sebastian Koch. Händchen haltend zeigten sich Schauspielerin Natalia Wörner und ihr Freund, Bundesjustizminister Heiko Maas.

Selbst manch alter Hase im Filmgeschäft war vor der Verleihung nervös. "Alle sind aufgeregt, das beruhigt mich", sagte Julia Jentsch, die für ihre Darstellung in dem Abtreibungsdrama "24 Wochen" in der Sparte Beste Schauspielerin nominiert war.

Farbtupfer auf dem roten Teppich gab es einige: Natalia Wörner kam in Grün, Palina Rojinski in Hellblau und Julia Jentsch in Lila. Anna Maria Mühe zog die Blicke mit einem blau-weißen, in der Mitte luftigen Abendkleid auf sich.

In 16 Kategorien sollten die Filmpreis-Sieger am Abend verkündet werden. In der Königskategorie Bester Spielfilm galten neben Maren Ades oscarnominiertem Vater-Tochter-Drama "Toni Erdmann" zwei weitere Filme als heiße Kandidaten: Die Holocaustforscher-Komödie "Die Blumen von gestern" von Chris Kraus und das Wolfs-Drama "Wild" von Nicolette Krebitz. Chancen auf den Hauptpreis hatten außerdem das Roadmovie "Tschick" von Fatih Akin, die Flüchtlingskomödie "Willkommen bei den Hartmanns" von Simon Verhoeven und der Abtreibungsfilm "24 Wochen" von Anne Zohra Berrached.

Zwei Filmemacher konnten ganz gelassen über den roten Teppich gehen - ihnen war ein Preis schon sicher. Simon Verhoeven sollte die undotierte Lola für den besucherstärksten deutschen Film bekommen. "Willkommen bei den Hartmanns" sahen mehr als 3,6 Millionen Zuschauer im Kino. Schnittmeisterin Monika Schindler ("Nachtgestalten", "Freier Fall") kam, um die Ehren-Lola für ihr Lebenswerk entgegenzunehmen. 

Schauspielerin und Sängerin Jasmin Tabatabai wurde von der Deutschen Filmakademie als Moderatorin der Lola gewonnen, die als deutsches Pendant zum amerikanischen Oscar gilt. Über die Lola-Gewinner entscheiden die knapp 1900 Akademie-Mitglieder. Der Filmpreis ist mit insgesamt knapp drei Millionen Euro Preisgeldern der höchstdotierte deutsche Kulturpreis. Das ZDF strahlt die Lola zeitversetzt ab 22.50 Uhr aus.

Wer bei der Lola-Verleihung kein Glück hatte, der sollte bei der anschließenden Party eine zweite Chance bekommen: Die Spielbank Berlin hatte Spieltische aufgestellt, wo für den guten Zweck das Glück herausgefordert werden konnte - der Erlös soll an "Jugend rettet" gehen, eine Organisation, die Geld zur Seenotrettung auf dem Mittelmeer sammelt.

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