Sürwürden Statt eines Duos führt künftig ein dreiköpfiges Vorsitzenden-Team den rund 350 Mitglieder starken Kreisverband Wesermarsch der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Zu groß seien die Fußstapfen, die Heiko Pannemann nach 30-jähriger Vorstandstätigkeit, seit 2003 als 1. Vorsitzender, hinterlässt, lautet die Begründung für die Aufstockung.

Der 70-jährige Pädagoge aus Oldenburg beendete während der Jahreshauptversammlung des GEW-Kreisverbandes am Mittwochabend in der Gaststätte Kiek mol rin in Sürwürden zehn Jahre nach seiner Pensionierung nun auch sein Engagement an der Gewerkschaftsspitze.

Anja Drees bleibt

Das verbliebene Vorsitzenden-Teammitglied Anja Drees teilt sich die Arbeit künftig mit Ute Dierken und Katrin Wieners. Alle drei wurden von der Mitgliederversammlung einstimmig gewählt. Das gilt auch für die Besetzung der weiteren Ämter. Bestätigt wurden Schatzmeister Hans Berends, dem mit Lutz Maerker ein Stellvertreter zur Seite steht, und Schriftführer Wolf Beddig. Für die verschiedenen Referate sind jetzt Nils Humboldt und Mario Kauschmann (Recht), Eva Ringwelski und Bernhard Uebachs (schulische Bildung) sowie Hanne Fischer-Voigt, Heiner Zimmer und Heiko Pannemann (Seniorenarbeit) zuständig.

Heiko Pannemann sei ein Aushängeschild für die GEW, würdigte dessen Amtsvorgänger und ehemaliger GEW-Bezirksvorsitzender Dieter Knutz die verdienstvolle Tätigkeit des scheidenden Kreisvorsitzenden. Der hatte seine erste Lehrerstelle 1972 an der damaligen Volksschule Rodenkirchen angetreten. Danach unterrichtete er von 1974 bis 2004 an der Orientierungsstufe Rodenkirchen, an der Realschule Rodenkirchen (bis 2007) sowie an der Haupt- und Realschule (bis 2009).

Heiko Pannemann sei nicht nur ein sehr aktiver, sondern auch ein überaus kompetenter Pädagoge, der sich bei Schülern, Eltern und Kollegen größter Beliebtheit erfreut hatte, berichtete Dieter Knutz. Besonders deutlich geworden sei dass, als Heiko Pannemann trotz tadelloser Arbeit als Lehrer Mitte der 1980er-Jahre vom Berufsverbot bedroht war. Aufgrund des Radikalenerlasses der Ministerpräsidenten sollten Verfassungsfeinde aus dem öffentlichen Dienst entfernt werden. Anlass für die Überprüfung von Heiko Pannemann war dessen Kommunalwahlkandidatur 1981 für die DKP. Der Prozess vor dem Verwaltungsgericht Oldenburg endete 1985 mit einem Freispruch.

Breite Solidarität

Bei dem Verfahren habe Heiko Pannemann eine breite Solidarität von Kollegen, Eltern und Schülern erfahren, die sogar Kundgebungen und Protestveranstaltungen organisierten, wobei Dieter Knutz an einen DGB-Informationsabend in der voll besetzten Rodenkircher Markthalle erinnerte. Während sich nicht wenige politisch verfolgte Kollegen zurückgezogen hatten, habe sich Heiko Pannemann anschließend noch stärker für seinen Berufsstand engagiert, sagte der ehemalige GEW-Bezirksvorsitzende.

Es sei mit ein Verdienst von Heiko Pannemann, dass die GEW in der Wesermarsch zu den am besten organisierten und vernetzten Kreisverbänden gehöre, wodurch auch die Kommunikationen unter den Schulen verbessert worden sei. Zudem habe der scheidende Kreisvorsitzende vielen Kollegen mit Rat und Tat zur Seite gestanden, und das nicht nur als Kollege und Gewerkschaftler, sondern auch als Mensch. Die Teilnehmer der Mitgliederversammlung verabschiedeten Heiko Pannemann nicht nur mit einem Präsent, sondern auch mit langanhaltendem Beifall.

  Ein weiterer Bericht über die Jahreshauptversammlung der GEW folgt.

Rolf Bultmann Nordenham / Redaktion Nordenham
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