Seefeld Bisher war es so: Wer im Büro der Seefelder Mühle anrief, hatte immer eine Frau an der Strippe. Das ist seit Montag anders, denn erstmals gehört ein Mann zum Büroteam. Erik Reimers, ein 18-jähriger Nordenhamer, leistet sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) Kultur in der Mühle ab.

Bei der Jahreshauptversammlung des Mühlenvereins am Montagabend im Mühlencafé stellte sich der Neue kurz den rund drei Dutzend anwesenden Mitgliedern vor. Erik Reimers ist der Nachfolger von Adriana Vrhel, die nach ihrem FSJ in der Mühle ein europäisches FSJ in Frankreich absolviert. Auch ihre beiden Vorgängerinnen waren Frauen gewesen.

Außer dem Neuen sind die Geschäftsführerin Gesche Gloystein, die Veranstaltungskauffrau Anke Eymers und die Zweite Vorsitzende Cornelia Iber-Rebentisch regelmäßig im Mühlenbüro anzutreffen.

Privater Spender

Finanziert wird das FSJ durch die private Spende eines Mitglieds. Auch die kommenden FSJler sollen aus Spenden bezahlt werden – am besten Monat für Monat, sagte Cornelia Iber-Rebentisch in ihrem Jahresbericht. Die erste Spende ist schon eingetroffen, weitere Spender sind willkommen.

Für die beiden hauptamtlichen Kräfte Gesche Gloystein und Anke Eymers tickt – wie in jedem Jahr – wieder die Uhr. Silvester laufen die Zahlungszusagen aus. „Das ist für alle Seiten ein unhaltbarer Zustand“, sagte Cornelia Iber-Rebentisch. Die beiden Frauen haben keine sichere Basis für ihr Leben, die Bes♥chäftigungszusage gilt immer nur für ein Jahr. Auch ein Gespräch mit Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU, Berne) habe bis jetzt noch keine neue Perspektive gebracht.

Insgesamt hatte der Mühlenverein im vergangenen Jahr 41 000 Euro für die beiden hauptamtlichen Mitarbeiterinnen zur Verfügung – 15 000 vom Landkreis, 9900 von der Oldenburgischen Landschaft, 6000 von der Gemeinde Stadland sowie die 5000 von dem privaten Spender. Dazu kamen 5100 Euro von der Arbeitsagentur, aus denen Fortbildungen für die Geschäftsführerin bezahlt wurden. 2016 hatten die Personalzuschüsse noch 61 500 Euro betragen, davon 30 000 vom Landkreis.

Zuschüsse eingeworben

Für Projekte und das Programm standen 2017 insgesamt 48 550 Euro zur Verfügung – 22 000 vom Wissenschaftsministerium, 13 850 von der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur (LAGS), die ebenfalls vom Ministerium finanziert wird, jeweils 5000 von der VR-Stiftung und der Oldenburgischen Landschaft, 2000 von der Gemeinde Stadland und 700 aus dem VR-Gewinnsparen.

Die Zahl der Besucher und Nutzer ist mit 28 744 im vergangenen Jahr wieder um etwa 5 Prozent gestiegen.

Stadlands stellvertretender Bürgermeister Walter Damken (CDU-Fraktion) appellierte an den Mühlenverein, mehr Wertschöpfung aus den Besuchern zu ziehen, denn die Gemeinde könne nicht mehr so viel geben. Doch diesem Ansinnen widersprachen mehrere Ehrenamtliche. So verwies Cornelia Iber-Rebentisch darauf, dass soziokulturelle Zentren wie die Seefelder Mühle mehr Geld generieren als jede andere Kultureinrichtung – etwa Museen.

Das Kulturzentrum bot 2017 insgesamt 300 Veranstaltungen an, darunter 65 Führungen mit rund 3000 Gästen und 15 Konzerte. Das Müllerhaus ist gut mit Kursen und Seminaren belegt.

Die Versammlung wählte Kassenwart Jörg Sieländer mit großer Mehrheit wieder.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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