Rastede Zwischen schrillen Pfiffen und lautstarken Anfeuerungen muss selbst der Zuschauer hellwach sein. Wenn die imposanten Vierspänner der Klasse S im Geländefahren aus dem Rasteder Schlosswald auf ihre zweite Aufgabe, den Wassergraben, zurollen, kann das erste Hindernis schon mal menschlicher Natur sein – auf der Zufahrt stehende Zuschauer.

Aufmerksame Ordner sorgen mit klaren Hinweisen – notfalls per Pfiff – dafür, dass der Weg zum Hindernis stets rechtzeitig frei wird. Dann geht es für Fahrer, Beifahrer und Pferde so schnell wie möglich mit ruckelnden Reifen und wackelnder Kutsche um die Holzpfosten und durch den Wassergraben.

Dieses Hindernis ist erneut einer der größten Zuschauermagneten am späten Sonnabend beim Landesturnier. Die Bilder der Vierspänner faszinieren wie eh und je, Objektive und Smartphones richten sich auf die Kutschen, die Zuschauer gehen mit und feuern die Fahrer an. „Hier geht richtig die Post ab, das macht Spaß“, ruft einer der Pferdesportfreunde.

Und die Post geht vor allem bei Dirk Gerkens ab. Der Fahrer des PSG St. Georg Grenzland kommt am schnellsten durch das Gelände mit insgesamt sechs Hindernissen. 71,59 Punkte erhält er zusammengerechnet, liegt damit ganz knapp vor Mario Schildt (PSV Nieköhr) und Rainer Duen (1. FRV Nettelstedt).

In der Gesamtwertung der Vierspänner-Klasse S, die aus den Disziplinen Dressur, Gelände und Hindernisfahren sowie kombiniertes Hindernisfahren resultiert, lag am Sonntag dann aber Raphael Tobias vorn. Der Fahrer des RC Hofgarten Düsseldorf holte sich den Erfolg im Endergebnis mit 132,25 Sekunden nur ganz knapp vor Duen aus Thüle (132,41) und strich die Siegprämie von 1000 Euro ein. Platz drei ging an Mario Schildt (PSV Nieköhr, 142,77). Gelände-Sieger Gerkens war zum abschließenden kombinierten Hindernisfahren nicht mehr angetreten.

Die speziellste Atmosphäre aber, sie herrscht zweifellos im Gelände. Zu dieser tragen auch die kraftvollen Ansagen der Fahrer und Beifahrer bei. Während Berthold Tholen (RUFV Friesoythe) seine Pferde beispielsweise konzen-triert, aber relativ ruhig durch den Wassergraben führt, gibt es da auch ganz andere, emotionalere Fahrertypen.

„Geh mit, gehst Du wohl“ ruft etwa Robert Blender (RV Waabs-Langholz) unüberhörbar. „Gooooo“ nutzt derweil Dr. Peter Maas (RFV Ziethen) die englische Beschreibung für „Lauf“ – seine Pferde scheinen wohl eine gute Sprachschule besucht zu haben. Sascha Utz (RFV Modautal) prustet indes ein langgezogenes „Weiterfahren“ heraus, als seine Kutsche an einem der Holzpfosten kurz hängenbleibt – begleitet von einem mitfühlenden „Uuuuh“ und „Aaaah“ im weiten Zuschauerrund.

Das nun gilt für alle Vierspänner: Wenn sie den Wassergraben verlassen und zurück auf die Geländestrecke fahren, brandet großer Applaus im Rasteder Schlosspark auf – die Faszination Vierspänner ist in Rastede längst eine feste Größe.

Lars Blancke
Redakteur
Sportredaktion

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