Neuruppin /Lübeck Es war ein anstrengender Sonnabend für den Tross von Werder Bremen. Zunächst gelang am Mittag zum Abschluss des Trainingslagers in der Mark Brandenburg ein 8:0 (2:0) gegen eine Neuruppiner Auswahl. Danach ging es im Bus 239 Kilometer bis Lübeck, wo es am Abend gegen Nord-Regionalligist VfB Lübeck nur zu einem 1:1 (1:0) reichte. Im Anschluss daran begann dann die 186 Kilometer lange Heimreise nach Bremen. „Das war ein harter Abschluss einer intensiven Trainingswoche“, sagt Kapitän Clemens Fritz.

Stammtorhüter in der Bundesliga

Deutsche Stamm-Keeper (8) : Manuel Neuer (München), Bernd Leno (Leverkusen), Ralf Fährmann (Schalke), Timo Horn (Köln), René Adler (Hamburg), Felix Wiedwald (Werder), Oliver Baumann (Hoffenheim), Alexander Schwolow (Freiburg). Ausländische Stamm-Keeper (10): Roman Bürki (Schweiz/Dortmund), Yann Sommer (Schweiz/Mönchengladbach), Jonas Lössl (Dänemark/Mainz), Rune Jarstein (Norwegen/Berlin), Diego Benaglio (Schweiz/Wolfsburg), Örjan Nyland (Norwegen/Ingolstadt), Marwin Hitz (Schweiz/Augsburg), Daniel Heuer-Fernandes (Portugiese mit deutschem Pass/Darmstadt), Lukas Hradecky (Finnland/Frankfurt), Peter Gulacsi (Ungarn/Leipzig).

Zurück am Osterdeich waren somit auch die vier Torhüter, die Trainer Viktor Skripnik ins erste Trainingslager mitgenommen hatte. Bei der VSG Altglienicke (2:1) teilten sich Michael Zetterer sowie Eric Oelschlägel den Job, am Sonnabend durfte zunächst Felix Wiedwald in Neuruppin ran und an der Lübecker Lohmühle stand Jaroslav Drobny zwischen den Pfosten. Der patzte vor dem Ausgleich in der 87. Minute (Fin Bartels hatte Werder in der 6. Minute in Führung gebracht), als ihm ein Dribbling misslang – doch auch ohne diesen Fauxpas hätte es um den Platz im Werder-Tor keinen Wettstreit gegeben. Weil sich Skripnik gleich am ersten Trainingstag auf Wiedwald als Nummer eins festgelegt hatte.

Damit gehört Wiedwald zu einem Kreis von Privilegierten. Der Thedinghausener ist einer von nur acht deutschen Ballfängern, die in der Bundesliga einen Stammplatz besitzen (siehe Infokasten). Dass bei Werder mit dem Tschechen Drobny ein weiterer Ausländer einen Stammplatz einnehmen könnte, gilt zunächst aber als ausgeschlossen. „Wir haben Jaroslav gesagt, dass er als Nummer zwei eingeplant ist“, sagt Skripnik.

Der 46-jährige Trainer schenkt Wiedwald sein Vertrauen, schließlich hat dieser in den entscheidenden Spielen um den Klassenerhalt besonders geglänzt. „Als der Druck am größten war, habe ich meine besten Leistungen gezeigt. Diesen Schwung muss ich mitnehmen. Ich will die Form in der nächsten Saison konstant abrufen“, sagt Wiedwald.

Nach dem Klassenerhalt hat sich der Torhüter die letzten drei Saisonpartien auf DVD angesehen. „Ich musste die ganzen Eindrücke einfach verarbeiten und sacken lassen“, betont der Torhüter. 6:2 gegen Stuttgart, 0:0 in Köln, 1:0 gegen Frankfurt. Just in der prekärsten Phase standen auch die ersten Spiele ohne Gegentreffer. „Da habe ich richtig aufgedreht. Zwar war ich eigentlich ganz gut in die Saison hineingekommen, aber als wir in der Rückrunde einen Hänger hatten, da habe auch ich Fehler gemacht“, erklärt Wiedwald.

Aus den DVDs zog der 26-Jährige Motivation, aus der Hochzeit mit seiner Kim Ruhe und aus den Flitterwochen auf den Seychellen Entspannung: „Dazu habe ich im Urlaub an meiner Fitness gearbeitet.“ Über Drobny berichtet er nur Gutes: „Jaroslav ist ein lustiger Typ. Er bringt Lockerheit mit und ist für unseren Kader wegen seiner Erfahrung wertvoll. Mit der wird er mich unterstützen, die Tipps werden helfen.“

Drobny selber wollte sich in Neuruppin nicht äußern, sondern zunächst die Kollegen kennenlernen. Im nächsten Trainingslager im Zillertal (Österreich) wird er sagen, was alle bereits wissen. Der 36-Jährige gilt als loyaler Profi und nimmt seine Rolle genau so an, wie er es in den vergangenen vier Jahren beim Hamburger SV hinter René Adler getan hat.

Für Wiedwald ist das kein Grund, sich zurückzulehnen. „Es ist schön, das Vertrauen zu spüren. Aber wenn ich mich deshalb hängen lassen würde, wäre ich als Profi fehl am Platz. Ich will meine Leistung abrufen, dann kommt an mir auch keiner vorbei.“

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