Bremen Ungewöhnlich, etwas ungehobelt, ganz schön ungezwungen – so ließ sich das Aufwärmspiel der Ersatzkräfte des VfL Wolfsburg vor der Bundesliga-Partie in Bremen umschreiben. Wer den Ball beim Hochhalten nicht mit dem zweiten Kontakt bei einem Kollegen ablieferte, bekam leichte Backpfeifen oder Nackenschläge von allen Mitwirkenden. Josuha Guilavogui war mehrmals der „Prügelknabe“, nahm es aber mit viel Humor.

Ungenau, etwas ungeschickt, ganz schön ungefährlich – so ließ sich das beschreiben, was Werders Fußballer am Samstag nach dem Aufwärmen fabrizierten. Den Gastgebern gelangen selten flüssige Kombinationen mit mehr als zwei Kontakten. Es gab eine frühe Backpfeife, einen weiteren Nackenschlag und am Ende eine keinesfalls unverdiente 1:2-Heimpleite, die die Bremer natürlich nicht mit Humor nehmen konnten.

Ungelenk, unglaublich

„Ich finde schon, dass es eine gute bis sehr gute Leistung war. Wir haben probiert, mutig zu spielen. Es sind zwei unglückliche Gegentore“, betonte Werder-Coach Florian Kohfeldt, der sein Team nicht ganz so tief wie sonst aufgestellt hatte. Das Offensivspiel wirkte gegen den unglaublich routinierten Champions-League-Aspiranten aber ungemein ungeübt. Linksverteidiger Ludwig Augustinsson umschrieb die wieder einmal ungelenke Vorstellung ungeschönter als sein Trainer: „Nicht unser bester Auftritt – wir haben zu viele Bälle verloren und nicht genug Zweikämpfe gewonnen.“

Ungehört, unglücklich

Defensiv war gleich zu Beginn Kohfeldts Warnung vor den gefährlichen Standards der Gäste ungehört verhallt. Ein Freistoß von Maximilian Arnold wurde von Wolfsburgs Verteidiger Maxence Lacroix mit dem Kopf gestreichelt und von Werders Stürmer Joshua Sargent per Kopfball-Bogenlampe ins eigene Tor bugsiert (8. Minute). „Unglücklich, aber nicht ausschlaggebend“, meinte Augustinsson dazu. „Die Standardstärke haben wir sonst überragend wegverteidigt“, fand Kohfeldt, auch wenn sein Team danach in solchen Situationen ebenfalls immer wieder gewackelt hatte.

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Ungemütlich, ungnädig

Was die ungemein effektiven „Wölfe“ aktuell auch zu einem so ungemütlichen Rivalen macht, zeigte der Tabellendritte kurz vor der Pause. Ein ungenauer Pass von Theodor Gebre Selassie brachte Kevin Möhwald im Werder-Aufbau in eine unangenehme Lage. Von Xaver Schlagers Schienbein prallte der Ball in den Lauf von Wout Weghorst, der ungedeckt mit seinem 17. Saisontor das 2:0 erzielte (42.). Vor dem ungnädigen Pressing hatte Kohfeldt auch gewarnt.

Ungebremst, ungalant

„Wir haben viele schlampige Entscheidungen getroffen“, meinte Möhwald zur Bremer Unfähigkeit, offensiv Akzente zu setzen. Sein 1:2 nach einem Freistoß (45.) war Werders erstes Liga-Tor vor der Pause seit dem 18. Spieltag, sorgte aber nicht für Aufbruchstimmung. Ungefährdet und ungebremst baute Wolfsburg (51 Punkte, 3. Rang) den Vorsprung auf einen Nicht-Champions-League-Platz auf acht Zähler aus. „Wir alle wissen, dass wir noch punkten müssen“, beschrieb Romano Schmid die unveränderte Lage von Werder (30, 12.) in der unteren Tabellenhälfte. Ungalant unterstellt präsentieren sich die Bremer auch unvermindert untauglich für mehr als eine solche Position.

Die Statistik zum Spiel

Werder Bremen: Pavlenka - Veljkovic (88. Agu), Toprak, Friedl - Gebre Selassie, Möhwald (82. Osako), Augustinsson - M. Eggestein, Schmid (58. Bittencourt) - Sargent (58. Füllkrug), Rashica (82. Selke). VfL Wolfsburg: Casteels - Mbabu, Lacroix, Brooks, Gerhardt - Schlager (90.+5 Philipp), Arnold - R. Baku, Mehmedi (86. Guilavogui), Brekalo (74. Victor) - Weghorst. Tore: 0:1 Sargent (9./Eigentor), 0:2 Weghorst (42.), 1:2 Möhwald (45.). Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover).

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Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
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