OLDENBURG Danilo Häußler wollte die vielen Brücken, die ihm gebaut wurden, nicht gehen. Die K.o.-Niederlage am späten Sonnabend gegen den dänischen WBA-Weltmeister Mikkel Kessler sei doch ein guter Zeitpunkt, die Boxkarriere zu beenden, hörte der 33-Jährige von allen Seiten. „Ich will weiterboxen – wenn ich die Chance bekomme“, entgegnete der Super-Mittelgewichtler allerdings auf die vielen Aufforderungen, doch nun Schluss zu machen mit der Boxerei. Manager Wilfried Sauerland, bei dem Häußler unter Vertrag steht, sprach wachsweich von „Gesprächen über Danilos Zukunft“, die er „demnächst“ mit dem Noch-Boxer führen wolle. Das heißt im Klartext bei Sauerland: Der Junge sollte aufhören, am besten sofort. Den gleichen Rat hatte ihm noch am Ring sein Trainer Manfred Wolke gegeben. Mit einer Ausbildung zum Versicherungskaufmann hat Häußler bereits angefangen, um für die Zeit nach der Box-Karriere gerüstet zu sein.

Nach 68 Sekunden in der dritten Runde beendete Kessler das Duell, zu dem er vom Weltverband WBA verdonnert worden war und das er dennoch hochprofessionell absolvierte. Der 29-Jährige schickte Häußler auf die Bretter, von denen sich der Herausforderer erst wieder erhob, nachdem ihn der Ringrichter ausgezählt hatte. Hinterher schienen sowohl Häußler als auch sein Management froh darüber, dass er das Duell bis auf ein stark geschwollenes Auge einigermaßen unbeschadet überstanden hatte. „Ich habe nach dem Kampf mit meiner Partnerin telefoniert. Sie hat alles im Fernsehen gesehen und war froh, dass es recht gut ausgegangen ist“, berichtete Häußler. Jemand, der ernsthaft an seine Siegchance geglaubt hätte, würde anders reden.

Die Zuschauer in der Weser-Ems-Halle, nach Angaben von Hallenchef Jan Wartemann waren es 3300, hätten wohl gerne mehr von diesem bescheidenen und doch mit viel Charisma ausgestatteten Kessler gesehen. Von zahlreichen dänischen Fans unterstützt, leistete der allerdings nur Kurzarbeit – die sportliche Qualität seines Gegners erforderte nicht mehr. Am liebsten, so Kessler, würde er nun gegen Joe Calzaghe eine Revanche bestreiten. Gegen den Waliser hatte Kessler im vergangenen Jahr die einzige Niederlage seiner Laufbahn kassiert. Calzaghe hätte ihm allerdings unter vier Augen bereits gesagt, dass er einen Rückkampf nicht wolle sondern lukrativere Kämpfe in den USA bevorzuge. Daher wird wohl auch Kesslers Weg nun über den Großen Teich führen, um dort mehr Kasse zu machen als dies mit Pflichtverteidigungen in Deutschland möglich ist. Zunächst wolle er aber eine Woche in Dänemark Urlaub machen, ehe es zurück in seine Wahlheimat Monaco gehe.

NWZTVzeigt einen Bericht über den Kampfabend unter

www.NWZonline.de/nwztv

Hauke Richters Leitung / Sportredaktion
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