Titisee-Neustadt (dpa) - Sieger Karl Geiger und sein drittplatzierter Kumpel Markus Eisenbichler klatschten begeistert ab: Die beiden deutschen Skispringer haben knapp zwei Wochen vor dem Start der Olympischen Winterspiele beim Weltcup in Titisee-Neustadt mit beeindruckenden Leistungen geglänzt.

Der 28 Jahre alte Geiger sprang 132 und 141 Meter weit und gewann damit vor dem Slowenen Anze Lanisek. Er eroberte das Gelbe Trikot des Führenden im Gesamtweltcup vom Japaner Ryoyu Kobayashi.

"Es war ein super Tag für uns", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher in der ARD. "Zwei Leute auf dem Podest, viel besser kann man es nicht machen." Eisenbichler landete mit seinen beiden Versuchen bei 132,5 und 132 Metern. Nach seinem zweiten Sprung klopfte er sich zufrieden auf die Brust. "Yes", rief er als seine zwischenzeitliche Führung feststand.

Hinter den zuvor fix als Olympia-Teilnehmer vorgesehenen Geiger, Eisenbichler und Stephan Leyhe (8.) überzeugte Constantin Schmid am meisten. Der 22-Jährige belegte den neunten Platz und empfahl sich damit für ein Peking-Ticket. Severin Freund wurde 17., Pius Paschke schied nach dem ersten Durchgang aus.

Horngacher kündigte an, sich noch am Samstagabend mit seinen Trainerkollegen zusammenzusetzen und über die verbliebenen zwei Plätze für die Winterspiele (4. bis 20. Februar) zu entscheiden. "Wir nehmen uns in Ruhe Zeit dafür, werden alle Dinge durchbesprechen", sagte er. Wer dabei ist, soll am Sonntag kommuniziert werden.

Olympiasieger Andreas Wellinger bekam die letzte Chance, zusätzlich für sich zu werben, nicht. Der 26-Jährige wurde kurz vor dem Weltcup-Wochende positiv auf das Coronavirus getestet und musste sich isolieren. "Shit happens, weiter geht's", sagte er.

Andere Nationen haben ebenfalls Corona-Probleme. Unter anderen die beiden Polen Dawid Kubacki und Piotr Zyla sind nach positiven Tests derzeit nicht dabei. Aus dem starken norwegischen Team fehlten Daniel-André Tande, Johann André Forfang, Fredrik Villumstad und Marius Lindvik beim Springen von der Hochfirstschanze. Der Wettkampfort war wegen sehr strenger Einreiseregeln in Japan für den eigentlich vorgesehenen Ausrichter Sapporo eingesprungen.

Der frühere Weltklasse-Springer Richard Freitag durfte daher in der sogenannten nationalen Gruppe starten und holte als 21. seine ersten Weltcup-Punkte seit über einem Jahr. Justin Lisso, der überraschend Elfter wurde, und Philipp Raimund (27.) sicherten sich ebenfalls noch Zähler.

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