OLDENBURG So wie Mohammad Nasser stellt man sich den idealen Amateur vor. Morgens ging der Oldenburger Schwergewichtsboxer noch seiner Arbeit als Altenpfleger nach, ehe er am Nachmittag bei den Deutschen Meisterschaften in der EWE-Arena antrat. Trotz einer Niederlage lieferte er einen großen Kampf und begeisterte die Zuschauer.

Für viele erfolgreiche Athleten wird das Amateurlager allerdings irgendwann unattraktiv. Denn Geld gibt es kaum zu verdienen, das öffentliche Interesse ist meistens auch eher gering. Der Sprung auf die andere Seite verspricht dagegen eine lukrative Karriere. Dass Spione der so genannten Profiställe aufmerksam werden, überrascht daher nicht. „Natürlich waren einige interessante Kämpfer dabei“, sagt Hagen Doering, Technischer Direktor bei Promoter Wilfried Sauerland. Seinen Besuch in Oldenburg sagte der Berliner zwar wetterbedingt ab, die Athleten kenne er aber ohnehin alle. Namen nennt er nicht: Berufsgeheimnis. Doch ist klar, dass es sich in erster Linie um die Titelkandidaten der DM in Oldenburg handelt. „Der Sprung zu den Profis ist erstmal gar nicht so schwierig, wir bauen die Leute ja langsam auf“, erklärt Doering. „Ob ein Kämpfer sich dann aber durchsetzt, stellt sich erst später heraus.“ Entscheidend sei die Fähigkeit, Rückschläge zu verkraften und mit der höheren Rundenzahl zurechtzukommen.

Eine Lanze für den Amateursport bricht dagegen die Oldenburger Boxgröße Uwe Hamann. „Die Profis haben fünf Weltmeister in ihren Verbänden, können aber nie Olympiasieger werden“, beschreibt der 50-Jährige den Reiz der Amateurlaufbahn.

Für eine gute Kooperation zwischen beiden Lagern sprach sich Box-Verband-Präsident Jürgen Kyas aus. „Die Basis legt ein Boxer immer noch als Amateur“, findet er. „Wenn dann ein Olympiasieger und späterer Profiweltmeister herauskommen sollte, habe ich nichts dagegen.“

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