New York (dpa) - Erstmals seit 22 Jahren steht wieder eine Japanerin im Halbfinale eines Tennis-Grand-Slam-Turniers.

Bei den US Open zog Aufsteigerin Naomi Osaka am Mittwoch in nicht einmal einer Stunde mit 6:1, 6:1 gegen die Ukrainerin Lessia Zurenko in ihr erstes Semifinale bei einem der vier größten Turniere ein. Zurenko erklärte nach der einseitigen Partie, sie sei am Morgen krank aufgewacht und habe wegen des Infekts nicht ihre erhoffte Leistung bringen können.

Osaka hatte davon nach eigenen Worten nichts mitbekommen. Die 20-Jährige, die auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt, erreichte als erste Japanerin seit Kimiko Date 1996 in Wimbledon ein Grand-Slam-Halbfinale. Dort trifft die Weltranglisten-19. an diesem Donnerstag entweder auf Vorjahresfinalistin Madison Keys aus den USA oder die Spanierin Carla Suarez Navarro. Das andere Semifinale bestreiten die sechsmalige US-Open-Siegerin Serena Williams aus den USA und die Lettin Anastasija Sevastova.

Osaka hatte in ihrem nur 58 Minuten langen Viertelfinale kaum Probleme mit der Weltranglisten-36. Zurenko, die als erste Ukrainerin in ein Grand-Slam-Halbfinale vorstoßen wollte. Äußerlich wirkte die Siegerin viel gelassener als Zurenko. "Innerlich bin ich ausgeflippt, mein ganzer Körper hat gezittert. Deswegen bin ich glücklich, dass ich gewonnen habe", sagte Osaka gefasst. Nach dem Einzug ins Viertelfinale hatte sie noch vor Erleichterung geweint, weil sie erstmals diese Runde bei einem Grand Slam erreicht hatte.

Osaka kam im Alter von drei Jahren nach New York und zog dann nach Florida weiter. Ihr Vater stammt aus Haiti, ihre Mutter aus Japan, wo Osaka geboren wurde. Fragen japanischer Journalisten versteht sie zwar, beantwortet sie aber lieber auf Englisch. Bei den US Open gelang ihr im vorigen Jahr mit dem Erstrundensieg über die damalige Titelverteidigerin Angelique Kerber eine große Überraschung. In Indian Wells holte Osaka in diesem März ihren ersten Turniersieg.

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