Nürnberg/München (dpa) - Die Silber-Sensation von Pyeonchang wird für viele Eishockey-Nationalspieler zum Karriere-Beschleuniger. In Yasin Ehliz von den Nürnberg Ice Tigers und Brooks Macek vom EHC Red Bull München erhielten zwei weitere Olympia-Silbergewinner jeweils einen NHL-Vertrag.

"Das ist ein Wahnsinn. Ich bin unheimlich glücklich für die Spieler", sagte Franz Reindl, Präsident des Deutschen Eishockey Bundes (DEB), der Deutschen Presse-Agentur.

Der 25 Jahre alte Flügelstürmer Ehliz bekommt bei den Calgary Flames eine Chance und unterzeichnete einen sogenannten Zwei-Wege-Vertrag, so dass er auch in den Entwicklungsteams der Flames eingesetzt werden kann. Der in Kanada geborene Macek (26) geht zum NHL-Vize-Champion Las Vegas Golden Knights. Das gaben die Teams bekannt.

Zuvor hatte bereits Maceks bisheriger Münchner Teamkollege Dominik Kahun den Sprung in die NHL zu den Chicago Blackhawks geschafft. Das Trio war im Februar maßgeblich am größten deutschen Eishockey-Erfolg bislang beteiligt. Unter Bundestrainer Marco Sturm hatte die DEB-
Auswahl überraschend das Finale von Pyeongchang erreicht und gegen die Olympischen Athleten aus Russland erst 3:4 nach Verlängerung verloren. "Basis für die Wechsel ist das international erfolgreiche Auftreten", meinte Reindl, der sich in den kommenden Wochen noch weitere Wechsel vorstellen kann: "Das Potenzial ist da."

In Maximilian Kammerer gelang in diesem Sommer zudem einem weiteren Nationalspieler der Wechsel nach Nordamerika. Der bisherige Düsseldorfer erhielt beim Stanley-Cup-Sieger Washington Capitals einen Vertrag. Der 21 Jahre alte Kammerer war weder für Olympia, noch die Weltmeisterschaft im Mai berücksichtigt worden.

Wie viele Spieler tatsächlich auf Anhieb den Sprung in die NHL schaffen, bleibt abzuwarten. Die größten Chancen hat dabei Sturm-Talent Kahun (22). Bei den anderen Spielern ist ein Start zunächst in der zweitklassigen AHL wahrscheinlich.

Auch Sturm hatte nach Olympia trotz gültigen Vertrages mit dem DEB bis 2022 Ambitionen angemeldet, auf Dauer in die NHL wechseln zu wollen. Mit 1006 Spielen in der besten Liga der Welt ist der 39-Jährige Deutschlands NHL-Rekordspieler. "Bislang liegt aber nichts vor", meinte Reindl.

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