Unterwegs Elchkühe gucken etwas sparsam, wenn neben ihnen ein T4 anhält und ein Fotograf aussteigt, Rentiere laufen in Schweden wirklich auf der Straße rum und eine warme Dusche kurz vor dem Polarkreis ist nicht zu verachten. Dies sind nur einige der Erkenntnisse, die das Team Dompfaff & Strandläufer an Tag 3 der Baltic Sea Circle Rallye sammeln konnten.

Und dieser Tag, der meine Mitfahrerin (Steffi Karg) und mich von Örebro bis nach Strömsund (beides Schweden) geführt hat, ist in dem Moment, in dem ich diese Zeilen schreibe, in Tag 4 übergegangen. Nicht, dass man viel davon merken würde, dass Mitternacht gerade eine halbe Stunde her ist. Es ist immer noch hell, nur der am Horizont zu sehende Mond erinnert an die Uhrzeit. Und das, obwohl wir den Polarkreis erst an diesem Dienstag, 18. Juni, überqueren werden.

Eine Elchkuh mitten im Wald! Dieser Schnappschuss war ein Tageshighlight für das Team Dompfaff & Strandläufer. (Foto: Claus Hock)

Tag 4 wird uns bis fast an die Lofoten bringen, genauer: nach Bodø, lulesamisch Bådåddjo, die Hauptstadt der Provinz Nordland. Auf der Rallye zur Navigation verbotene Hilfsmittel sagen: 622 Kilometer und rund acht Stunden. Aus den Erfahrungen der ersten drei Tage: Es wird mehr. Mehr Kilometer, mehr Zeit, mehr alles. Aber die Reise ist es wert, das hat auch der vergangene dritte Rallyetag gezeigt.

Der Morgen begann gut, Sonnenschein und schnell steigende Temperaturen. Und auch die Fahrt durch Schweden konnten wir bei bestem Wetter genießen. Persönliche Highlights: eine Elchkuh gesehen und fotografiert, Rentiere getroffen und kurzzeitig eine neue Mitfahrerin gehabt. Doreana Müller aus Oldenburg vom Team Miata Vänskap ist zugestiegen, dafür ist Steffi zusammen mit Doreanas Freundin Susann Hoffmann im MX 5 über die Straßen gebraust. Das Ganze war die Aufgabe für den dritten Rallyetag.

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Wunderschöne Landschaften lagen entschädigen die Teams für die Reisestrapazen. (Foto: Claus Hock)

Selbiger hat sich übrigens gezogen, die vorher angedachten acht Stunden haben wir deutlich überschritten. Pausen, ein bisschen verfahren und der eine oder andere Schnack mit anderen Teams unterwegs summieren sich da schnell auf. Aber dafür entschädigt die Landschaft: von Trollen bewohnte Wälder, wunderschöne Seen, kleine und große Orte. In den Ortschaften fällt vor allem auf: Fast jede hat einen Loppis (Flohmarkt) und fast jede hat auch einen Campingplatz. Auf einem solchen Platz sind wir auch am Ende des Rallyetages gelandet, vor allem, weil wir noch warm duschen wollten, bevor es dann über den Polarkreis hinaus geht.

Andere Teams hatten die gleiche Idee und in vielen Gesprächen dominierte vor allem ein Thema: Autoprobleme. Wir sind davon in unserem TV VR6 von 1996 bislang verschont geblieben. Nur der automatische Scheibenheber an der Fahrerseite macht mittlerweile häufiger, was er will. Andere Teams haben da seit dem Start mit ganz anderen Sachen zu kämpfen: zerstörte Getriebe, kaputte Motoren, gerissene Leitungen sind nur so einige der Schäden, die über die Rallye-Kanäle (vor allem WhatsApp) verteilt werden. Und das an Tag 3 einer insgesamt 16 Tage dauernden Rallye. Steffi und ich klopfen mittlerweile auf jedes Stück Holz, das wir finden.

Das Starterfeld hat sich derweil teilweise auch durch andere Faktoren ziemlich weit verteilt. Manche Teams sind schon an Ende von Tag 3 fast auf den Lofoten, andere hinken den Etappenzielen etwas hinterher, wiederum andere fahren völlig losgelöst von der vorgeschlagenen Route. Apropos Route: Da sich unser Kilometerstand seit dem Start in Hamburg um fast 2000 Kilometer erhöht hat, kommen langsam Zweifel an der offiziellen Angabe von 7500 Kilometer Gesamtstrecke auf.

Zum Abschluss, es ist 1 Uhr in der Nacht und es wird gleich wieder heller, noch ein Ausblick auf den vierten Rallyetag: Die Tagesaufgabe dreht sich um vergammelten und wohl sehr übelriechenden Fisch. Wir sind gespannt.

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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