OBERHAUSEN Box-Weltmeister Felix Sturm hat aus „Hurrikan“ Sebastian Sylvester eine Ostseebrise gemacht und hofft nun auf ein Duell mit K.o.-Schläger Arthur Abraham. Nach seinem souveränen Punktsieg über den Greifswalder Sylvester am Sonnabend in Oberhausen äußerte der 29-jährige Mittelgewichtler aus Leverkusen Gefallen an deutschen WM-Duellen. „So etwas brauchen wir öfter, einmal im Jahr – und nicht alle acht Jahre“, meinte der WBA-Champion. Zuletzt hatten sich in einem deutschen WM-Kampf Dariusz Michalczewski und Graciano Rocchigiani im April 2000 gegenübergestanden.

Der Titelverteidiger hatte den Kampf vor 9200 Zuschauern in der ausverkauften Oberhausen-Arena und 5,91 Millionen Fernseh-Zuschauern vom ersten Gong an diktiert und seinen Herausforderer mit einer beeindruckend hohen Schlagfrequenz und einem starken linken Jab durch den Ring getrieben. „Er drückte und drückte und haute mir immer wieder die Linke rein. Das hatte ich mir anders vorgestellt“, sagte Sylvester, der Sturm niemals in Bedrängnis bringen konnte. „Das war einfach nicht mein Tag“, gab der 28-Jährige aus dem Berliner Wiking-Stall zu.

Die verbalen Scharmützel aus den Wochen zuvor, als sich beide ihrer gegenseitigen Abneigung versichert sowie Arroganz und Dummheit vorgeworfen hatten, spielten keine Rolle mehr. „Was im Vorfeld geredet wurde, ist nicht so wichtig“, meinte Sturm. „Ich denke, wir haben persönlich nichts gegeneinander, auch wenn wir keine dicken Kumpels mehr werden“, erklärte der Weltmeister.

Universum-Chef Klaus-Peter Kohl bescheinigte Sturm Weltniveau. „Er kann jeden schlagen, auch Arthur Abraham.“ Nach Punkten sei sein Schützling vom IBF-Weltmeister aus dem Sauerland-Stall nicht zu besiegen. „Aber bei einem Puncher wie Abraham ist natürlich ein K.o. drin“, räumte Kohl ein und befand: „Sturm gegen Abraham – das ist das reizvollste Duell überhaupt.“ Gleichwohl: Kohl wie auch Sauerland-Sportchef Hagen Doering bezweifeln, dass der Kampf mit zwei Top-Verdienern zu finanzieren ist.

Schon für seinen Auftritt gegen Sylvester kassierte Sturm 1,6 Millionen Euro. Bei einem Titel-Vereinigungskampf mit IBF-Champion Abraham würde sich keiner der Rivalen mit weniger als drei Millionen Euro zufrieden geben.

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