Imola (dpa) - In die allgemeine Zufriedenheit des deutschen Radsport-Teams mischte sich doch auch ein Stück Frust. Zwar hatte der deutsche Kapitän Maximilian Schachmann mit Rang neun beim WM-Rennen von Imola ein starkes Resultat eingefahren, doch hatte der 26-Jährige noch mehr für möglich gehalten.

"Das Ergebnis ist solide, aber ich hatte mir schon erhofft, noch weiter vorn reinzufahren. Aber da hat mir leider am Ende ein bisschen was gefehlt", sagte Schachmann nach 258,2 knallharten Kilometern durch die Emilia Romagna.

Erst am allerletzten Anstieg musste der Hoffnungsträger abreißen lassen, am Ende waren der französische Weltmeister Julian Alaphilippe und eine weitere Fünfergruppe um Silber-Gewinner Wout van Aert aus Belgien sowie Marc Hirschi aus der Schweiz klar enteilt. "Das Bein wollte nicht mehr. Aber wir sind ein gutes Rennen gefahren, die Mannschaft hat einen super Job gemacht", resümierte Schachmann. Das Rennen fügte sich ein wenig in den deutschen Gesamtauftritt rund um das "Autodromo Enzo e Dino Ferrari": stets couragiert, stets vorne dabei, am Ende aber ohne den nötigen Schuss Fortune.

Die erste medaillenlose Straßenrad-WM seit der Wiedervereinigung liest sich zwar nach einer historischen Negativausbeute, doch wegen der Coronavirus-Pandemie gab es diesmal auch nur vier Entscheidungen und keine Juniorenrennen. Jens Zemke als Sportlicher Leiter war mit dem Abschluss des siebenköpfigen Teams beim Männer-Rennen mehr als einverstanden. "Es fehlte nicht viel, um im Kampf um eine Medaille mitzufahren. Der neunte Platz von Max ist aber eines der besten WM-Resultate der letzten Jahre", sagte Zemke.

Ein hervorragendes Zeugnis stellten die Sportler dem italienischen Gastgeber aus. Imola war nach der Absage in den Schweizer Gemeinden Aigle und Martigny kurzfristig eingesprungen und hatte das Event innerhalb kürzester Zeit organisiert. "Es ist Wahnsinn, was die Italiener in drei Wochen da gezaubert haben. Da sieht man die enorme Radsport-Begeisterung", sagte der deutsche Starter Georg Zimmermann. Aigle und Martigny können frühestens 2028 wieder als WM-Gastgeber zum Zug kommen, wie UCI-Präsident David Lappartient in Imola erklärte.

© dpa-infocom, dpa:200927-99-732054/4

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