HANNOVER HANNOVER/DPA - Deutschlands Schwimmer sind im Kampf um die WM-Fahrkarten durch ein Wechselbad der Gefühle gegangen, und der Sportdirektor sorgte für ein Chaos. Örjan Madsen, wollte bei der Nominierung des WM-Teams hart bleiben und keine Ausnahmen ohne Norm-Erfüllung zulassen. Anschließend machte Madsen einen Rückzieher und vertagte die endgültige Entscheidung auf diesen Montag. „Ich bin auch zwei Stunden älter und klüger geworden“, sagte er.

Weltrekordlerin Britta Steffen hatte sich mit einem Kraftakt das WM-Ticket über 100 Meter Freistil gesichert. Helge Meeuw dagegen durfte erst gar nicht schwimmen, nachdem ihm die Ärzte den Start verboten hatten. Daniela Samulski löschte zum Abschluss der Wintermeisterschaften in Hannover in 58,75 Sekunden den 18 Jahre alten deutschen Rekord von Kristin Otto über 100 m Schmetterling aus.

Während sich Thomas Rupprath bei seinem Comeback für die Weltmeisterschaft in Melbourne qualifizierte, schwamm Anne Poleska nach der verpassten EM um fünf Hundertstel auch an der WM vorbei. Mark Warnecke verpasste mit 36 Jahren über 50 m Brust als Titelverteidiger die WM-Norm um acht Hundertstel und trat zurück.

„Wir können die Messlatte nicht nach unten legen, wenn wir bei Olympia in Peking vorne mitmischen wollen“, sagte Madsen. Anne Poleska weinte bittere Tränen, als sie als WM-Zweite und Aktivensprecherin von ihrer Nichtberücksichtigung über 200 m Brust erfuhr. Später durfte sie wieder hoffen – ebenso wie Warnecke. Da hatte er nach fast 20 Jahren auf der internationalen Schwimm-Bühne schon seinen Rücktritt erklärt. „Ich höre auf, schade“, sagte der Essener, „ich kann doch nicht drei Jahre für irgendwelche Olympischen Spiele trainieren.“ Doch am Ende des Tages wussten alle nicht, woran sie waren.

Britta Steffen war nach einer hartnäckigen Magen-Darm-Grippe geschafft. Die 23-Jährige kämpfte bis zum Umfallen und siegte in starken 53,78 Sekunden. Meeuw musste über 50 m Rücken, 100 und 200 m Schmetterling sowie 200 m Lagen passen, nachdem er trotz Bronchitis über 100 m Rücken das WM-Ticket gelöst hatte.

Die Qualifizierung gesichert haben sich unter anderem der für die SG Weser-Ems Oldenburg startende Jan David Schepers sowie der gebürtige Oldenburger Jens Schreiber (SC Wasserfreunde Hannover 98).

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