DORTMUND Albrecht verweigerte Bochum Tor und Foulelfmeter. 1500 BVB-Fans zogen im Protestmarsch durch Dortmund.

Von Heinz Büse DORTMUND - Peter Neururer ließ mächtig Dampf ab. Im Frust über die unglückliche 0:1-Niederlage bei Borussia Dortmund vergaß der Trainer des VfL Bochum alle guten Vorsätze. Obwohl er sich bei der Beurteilung von Schiedsrichter-leistungen im Zeitalter des Wettskandals eigentlich Zurückhaltung auferlegt hatte, erklärte er den Unparteiischen im Anschluss an das 52. Revier-Duell öffentlich zum Sündenbock: „Ganz eindeutig ist uns von Hermann Albrecht und seinem Gespann der Sieg genommen worden. Wenn es den Fall Hoyzer nicht gäbe, würde ich von Skandal sprechen.“

Alle Bemühungen seiner tapferen Profis, den Gegner in einer denkwürdigen Schlammschlacht unter zum Teil irregulären Bedingungen in die Knie zu zwingen, wurden nicht belohnt. In der ersten Halbzeit verweigerte Albrecht den Gästen bei heftigem Regen und orkanartigen Windböen nach Foul von BVB-Torhüter Roman Weidenfeller an Filip Trojan einen Strafstoß, nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff einen regulären Treffer von Vratislav Lokvenc wegen angeblicher Abseitsstellung.

Der Schiedsrichter aus Kaufbeuren räumte seine Fehler ein: „Nach Betrachtung der TV-Bilder hätte man bei der Aktion von Weidenfeller eine andere Entscheidung treffen können. Darüber hinaus war es kein Abseits, da gibt es nichts zu rütteln.“

Wie schon in den vorherigen sechs Auswärtsspielen standen sie erneut mit leeren Händen da, scheiterten erneut an ihrer miserablen Chancenauswertung. Torschütze Jan Koller (21.) machte vor 76 500 Zuschauern im Westfalenstadion alle Hoffnungen auf eine dringend benötigte Trendwende zunichte.

Vor der Partie hatten rund 1500 Borussia-Fans bei starkem Regen mit einem Protestmarsch unter dem Motto „Schluss mit Lügen und Intrigen“ gegen die Vereinspolitik der BVB-Geschäftsführung demonstriert. Dabei richteten sich vor dem Revierderby gegen den VfL Bochum die Proteste nach dem Rücktritt von Ex-Präsident Gerd Niebaum vor allem gegen Manager Michael Meier.

Um 12.30 Uhr hatten sich die Anhänger am Dortmunder Friedensplatz in Bewegung gesetzt und waren nach rund drei Kilometern um 13.37 Uhr am Westfalenstadion angekommen. „Es ist alles friedlich und vorbildlich abgelaufen“, sagte Rüdiger Billib von der Dortmunder Polizei.

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