Neuruppin Am Dienstagabend eröffnete Werder Bremen den Testspiel-Reigen für die anstehende Saison in der Fußball-Bundesliga. 45 Tage vor dem Auftakt beim deutschen Meister Bayern München trat das Team von Trainer Viktor Skripnik im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick gegen die Volkssport-Gemeinschaft Altglienicke an.

Eine willkommene Abwechslung nach den ersten Einheiten im Trainingslager von Neuruppin, doch Skripnik war anschließend alles andere als zufrieden. „Gerade in der zweiten Halbzeit war mir das viel wenig“, meinte der Trainer nach dem mageren 2:1 gegen den Oberligisten.

Testspiel

Die Statistik zu Werders 2:1 im Testspiel gegen VSG Altglienicke: Werder Zetterer (46. Oelschlägel) - Sternberg, Diagne (46. Galvez), Caldirola (46. J. Eggestein), S. Garcia (46. Guwara) - Veljkovic - Bartels (46. Hajrovic), Fritz (46. U. Garcia), Fröde, Kainz (46. M. Eggestein) - Pizarro (46. Thy). Tore 1:0 Diagne (43.), 1:1 Stüwe (52.), 2:1 Hajrovic (64.). Zuschauer 3600.

Lennart Thy gehörte zu den wenigen Lichtblicken, der Zugang durfte nach seiner Einwechslung auf seiner Wunschposition des Stoßstürmers agieren. Der Rückkehrer vom FC St. Pauli macht keinen Hehl daraus, dass er sich dort als Konkurrent von Claudio Pizarro sieht. „Ich kann sicherlich auch auf die Flügel ausweichen, doch generell sehe ich mich lieber ganz vorne drin“, sagte Thy.

Von 2007 bis 2012 durchlief Thy die Nachwuchsmannschaften von Werder, konnte sich aber bei den Profis nicht durchsetzen und wechselte ans Millerntor.

Bei den Kiez-Kickern bestritt er in vier Jahren 107 Zweitliga-Spiele, markierte 18 Treffer und bereitete zehn weitere Tore vor. Aufsehen erregte Thy am 9. November 2015, als er beim 4:0 gegen Fortuna Düsseldorf alle vier Treffer erzielte. In den sozialen Netzwerken mutierte diese Partie zur „Thy-Time“.

„Ich habe von diesem Spiel aber trotzdem keine DVD zu Hause im Regal stehen“, sagte Thy beim Gespräch im noblen Hotel Mark Brandenburg in Neuruppin. Der 24-Jährige ist kein Mann der lauten Töne, kehrt aber trotzdem mit breiter Brust an die Weser zurück. Den Abgang von Anthony Ujah habe er zur Kenntnis genommen, für sein Ziel aber sei das unerheblich: „Ich will mich im zweiten Anlauf bei Werder durchsetzen.“

Dafür sei die 2. Liga als Lernfeld gut gewesen, obendrein sieht sich Thy als Mensch gereift: „Ich bin kein Jungspund mehr und mache auf dem Platz auch mal den Mund auf.“ In der Saison 2008/09 war das naturgemäß noch anders, sein Trainer bei den B-Junioren von Werder hieß auch damals schon Viktor Skripnik. Thy schaffte den Sprung ins U-17-Nationalteam, mit dem er 2009 Europameister wurde.

Thy ist der absolute Wunschtransfer von Skripnik, sein bereits im Januar fixierter Wechsel geschah auf ausdrücklichen Wunsch des Ukrainers. „Es ist natürlich ein schönes Gefühl, wenn man das Vertrauen des Trainers spürt. Ich habe mich in der Rückrunde zwar voll auf St. Pauli konzentriert, aber gegen Ende der Saison ging der Blick dann auch immer mehr Richtung Werder. Ein Relegations-Duell wäre der blanke Horror gewesen“, sagte Thy. Es blieb ihm und auch Werder erspart.

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