Bremen (dpa) - Zumindest was den Modus angeht, kommt im Bremer Weserstadion heute wieder etwas Europapokal-Atmosphäre auf.

Denn wie in den internationalen Wettbewerben wird auch die Relegation um den letzten freien Platz in der Fußball-Bundesliga zwischen Werder Bremen und dem 1. FC Heidenheim mit Hin- und Rückspiel ausgetragen. Zudem gilt die Auswärtstorregel, das heißt, bei Gleichstand zählen auswärts erzielte Tore im Gesamtergebnis mehr als zu Hause erzielte Treffer.

Ein Umstand, der auch die Herangehensweise beider Clubs an das erste Duell des Tabellen-16. der Ersten mit dem Dritten der Zweiten Liga heute (20.30 Uhr/DAZN und Amazon Prime) bestimmen wird. "Diese Konstellation muss man auf jeden Fall berücksichtigen", sagte Bremens Trainer Florian Kohfeldt. Wichtig wird es für die Gastgeber sein, kein Gegentor zu bekommen. "Das kann schon das Spielgeschehen beeinflussen", sagte Kohfeldt.

Nach dem fulminanten 6:1 gegen den 1. FC Köln und dem Sprung auf den Relegationsplatz auf den letzten Drücker gehen die Grün-Weißen aber mit einem neuen Gefühl der Stärke in die Partie. "Das sind besondere Spiele. Grundsätzlich mag ich solche Alles-oder-Nichts-Situationen", sagte der Werder-Coach. Wie schon gegen Köln wird Kohfeldt auch gegen Heidenheim wieder auf sein Angriffs-Trio Milot Rashica, Niclas Füllkrug und Yuya Osako setzen. Die drei Stürmer waren gegen Köln an allen Toren beteiligt. Diese neue Wucht soll nun auch Heidenheim zu spüren bekommen.

Allerdings zeigen die Bremer bei allem frischen Selbstvertrauen auch Respekt vor den Heidenheimern, die immerhin den Bremer Nordrivalen Hamburger SV hinter sich gelassen haben. "Absolute Vorsicht" sei geboten, sagte Kohfeldt. Dass Werder im DFB-Pokal in der zweiten Runde Ende Oktober 2019 leicht und locker mit 4:1 gewann, spielt für alle Beteiligten keine Rolle mehr.

Für den 1. FC Heidenheim sind die Duelle mit dem viermaligen deutschen Meister die Höhepunkte der bisherigen Club-Geschichte. "Für die meisten ist es eine Lebenschance. Manche Dinge passieren im Leben häufig, manche bekommt man nie oder ganz selten. Wir haben jetzt die Situation, etwas ganz Außergewöhnliches machen zu dürfen", sagte Trainer Frank Schmidt.

© dpa-infocom, dpa:200701-99-640812/5

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