Berlin Die Olympia-Medaillenausbeute stagniert, die Jugend findet Leistungssport immer uncooler: Der deutsche Sport blickt mit Sorge in die Zukunft und setzt seine Hoffnungen in die Reform zur Förderung des Spitzensports, die am Mittwoch im Sportausschuss des Deutschen Bundestages vorgestellt wird.

Zwar sei das Ergebnis der Olympischen Spiele von Rio mit 42 Medaillen okay, „doch es ist wahr, dass wir in einem Drittel der Wettbewerbe nur drei Medaillen gewonnen haben, wenn man Leichtathletik, Schwimmen, Fechten zusammenzieht“, sagte Michael Vesper, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

In den vergangenen Monaten bastelten das für den Sport zuständige Bundesinnenministerium (BMI) und der DOSB an dem Konstrukt. Bundesinnenminister Thomas de Maizière will am Mittwoch das Traktat vorstellen. Dem CDU-Mann ist das Werk offenbar ans Herz gewachsen.

Bei den Beratungen hat es hinter den Kulissen gekracht. Der DOSB musste mehrmals von seiner Vormachtstellung im deutschen Sport abrücken. „Wenn mehrere Partner an einem Tisch sitzen, ist es normal, dass es zu unterschiedlichen Meinungen kommt. Ich will nicht verhehlen, dass es zwischenzeitlich schwierig war“, sagte Vesper. Entscheidend sei aber das Ergebnis.

Die Reform will Talente stärker unterstützen. „Wir haben immer weniger Junioren-Weltmeister und immer weniger Vielfalt“, klagte Michael Ilgner, Vorsitzender der Deutschen Sporthilfe, die an den Beratungen teilnahm.

Die Rohform der Reform wandert durch die Gremien. Für den 18. Oktober ist eine Aussprache mit den Spitzensportverbänden terminiert. Am 19. Oktober findet die öffentliche Anhörung im Sportausschuss des Deutschen Bundestages statt.

Über die Finanzierung herrschen unterschiedliche Meinungen. Während aus dem BMI zu hören ist, dass der augenblickliche Etat (162,6 Millionen Euro für 2017) nicht großartig verändert werden müsse, rechnet der Sport hingegen mit deutlichen Mehrausgaben.

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