BUENOS AIRES Die traditionsreiche Rallye Dakar, die dieses Jahr erstmals in Südamerika stattfindet, könnte noch härter als der Klassiker durch Afrika werden. Die 530 Starter aus fast 50 Ländern, die an diesem Sonnabend in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires zur 30. Ausgabe auf die 9600 Kilometer lange Strecke gehen, erwarten teils knüppelharte Pisten.

Statt durch die Sahara geht es durch die feuchte und zum Teil morastige Pampa, über Schotterpisten der patagonischen Steppen, Sanddünen in den Wüsten der Voranden, zweimal über bis zu 4700 Meter hohe Andenpässe und durch die trockenste Wüste der Welt, die Atacama im Norden Chiles.

Terroristische Bedrohungen in Mauretanien hatten im letzten Moment eine Absage der Dakar 2008 und den Umzug nach Südamerika notwendig gemacht. Allein in Argentinien sollen nun 22 000 Polizisten für die Sicherheit sorgen. Die Behörden haben sich nach eigenen Angaben auf alles eingestellt: von Terroranschlägen über schießwütige Bauern bis zu politisch motivierten Strecken-Blockaden.

Zum Rallye-Start im Herzen von Buenos Aires gilt für die Piloten noch die Straßenverkehrsordnung. Erst in der Pampa, der endlosen, fruchtbaren Ebene rund um die Millionen-Metropole dürfen die Piloten richtig Gas geben. In den vier VW-Race Touareg lassen 280 PS starke Dieselmotoren die fast zwei Tonnen schweren Fahrzeuge in 6,1 Sekunden von 0 auf 100 beschleunigen. Danach geht es über die Anden bis an die chilenische Pazifikküste, um von dort zurück durch die Atacama-Wüste und erneut die Anden nach Buenos Aires zu fahren.

Mit 42 Jahren ist er schon ein alter Hase im Rallyesport, doch auf seine Dakar-Premiere freut sich Dieter Depping wie ein kleines Kind. „Die eine oder andere Überraschung sollte möglich sein“, sagt der VW-Pilot. Er ist nach dem stillen Abgang von Jutta Kleinschmidt der deutsche Hoffnungsträger bei der Rallye. Dass der Mann aus Wedemark das Zeug zum Siegfahrer hat, demonstrierte er gemeinsam mit Beifahrer Timo Gottschalk (Berlin) vor neun Monaten beim ersten Rallye-Einsatz im Race Touareg, als er gegen die versammelte Dakar-Konkurrenz den dritten Podiumsplatz eroberte. Er hat seine Strategie auch schon festgelegt: „Ich werde im Zweifel einmal zu viel als zu wenig bremsen, denn die Rallye ist extrem lang und die Entscheidung wird wohl erst auf den schweren Etappen in der zweiten Woche fallen. Wichtig ist es da, ganz viel Geduld zu haben.“

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