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FREIBURG Die Ermittlungen um systematisches Doping in den Radsportteams Telekom und T-Mobile haben eine neue Dimension erhalten. Bundeskriminalamt (BKA), Staatsanwaltschaft und Landespolizei starteten am Mittwochmorgen um 8 Uhr zeitgleiche Razzien in der Sportmedizinischen Abteilung der Uniklinik Freiburg und den Wohnungen der ehemaligen Mannschaftsärzte Lothar Heinrich und Andreas Schmid.

Nach Informationen der „Badischen Zeitung“ geht es nicht mehr allein um Doping. An den Durchsuchungen hätten auch „Fachleute für Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Korruption“ teilgenommen. Vermutungen gingen dahin, dass sich im Keller der Sportmedizin „eine regelrechte Blutbank“ befunden habe. Der Kreis der Verdächtigen erstrecke sich auch nicht allein auf Heinrich und Schmid. So sei selbst in den vergangenen Wochen noch belastendes Material beiseite geschafft worden: „Das Fahrzeug eines hoch belasteten Mediziners, der offenbar noch Zugang zur Klinik hat, wurde zu ungewöhnlichen Zeiten, zumeist tief in der Nacht und an Wochenenden, auf dem Parkplatz der Sportmedizin beobachtet“, heißt es in der Zeitung.

Die Aktion erfolgte wenige Tage nach dem umfassenden Doping-Geständnis des ehemaligen T-Mobile-Profis Patrik Sinkewitz vor dem Bundessportgericht des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR). Der des Dopings überführte Fahrer hatte ausführlich über die Art und Weise der Verabreichung von Doping-Mitteln durch Ärzte und Teamärzte auch beim Team T-Mobile im Jahr 2006 ausgesagt. An diesem Doping soll auch die sportmedizinische Abteilung der Uniklinik Freiburg direkt beteiligt gewesen sein. Das Protokoll der Sinkewitz-Anhörung hatte der BDR an das BKA weitergeleitet.

Die Ermittler hatten nach Rechnungen, Lieferscheinen, Patientenakten sowie Unterlagen gesucht, die Anhaltspunkte zum Eigenblut-Doping geben, in das die Sportmediziner verwickelt sein sollen. „Interessant sind auch Aufzeichnungen über die Lagerung und Verwendung von Blutbeuteln sowie Computerfestplatten“, sagte der Sprecher der Freiburger Staatsanwaltschaft, Wolfgang Maier.

„Wir haben damit gerechnet und sind an jeglicher Aufklärung interessiert“, sagte der Sprecher der Freiburger Albert-Ludwigs-Universität, Rudolf-Werner Dreier.

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