SALT LAKE CITY Die Tränen waren schnell vergessen, ihren Frust nahm Claudia Pechstein jedoch mit nach Berlin. In Salt Lake City hatte sie den schwersten Kampf ihres Lebens verloren und die Olympia-Qualifikation verpasst. „Das war definitiv nicht mein Karriere-Ende“, erklärte sie trotzig, „ich gebe erst Ruhe, wenn die Gerechtigkeit gesiegt hat.“

In der Heimat scheinen die fünffache Eisschnelllauf- Olympiasiegerin noch nicht alle abgeschrieben zu haben. „Für mich ist der Olympia-Zug für Claudia noch nicht abgefahren“, sagte Günter Schumacher, Sportdirektor der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG). Pechstein habe die Qualifikationszeit des Weltverbandes ISU erfüllt und die DESG viele Startplätze für Vancouver errungen. Jetzt sei das Schweizer Bundesgericht

zuständig.

In der Revisions-Verhandlung im kommenden Jahr geht es für Pechstein um ihre Reputation, Schadenersatz und ihre berufliche Zukunft bei der Bundespolizei. Dazu sollen auch Tonbandaufnahmen als Argumente gegen die vom Internationalen Sportgerichtshof CAS bestätigte Zwei-Jahres-Sperre wegen Blutdopings dienen. Diese sollen beweisen, dass der CAS in seiner Urteils-Begründung vermeintlich entlastende Details entweder verfälscht oder gar nicht berücksichtigt habe, sagte Manager Ralf Grengel.

In Salt Lake City fehlten Pechstein auf Rang 13 in 4:04,59 Minuten fast 2,5 Sekunden zum achten Platz, der internen Olympia-Norm des Deutschen Olympischen Sportbundes. Vor laufenden TV-Kameras ließ sie ihren Tränen freien Lauf.

Attacken gab es von der Konkurrenz: „Das ist eine krankmachende Affäre. Es ist bewiesen, dass sie gedopt hat“, so der Niederländer Bart Veldkamp. Auch Kanadas Trainerin Ingrid Paul äußerte sich abfällig über Pechstein.

Im Trubel um die 37-Jährige ging der 500-Meter-Weltrekord (37,00 Sekunden) von Jenny Wolf am Freitag fast unter. Anni Friesinger-Postma enttäuschte dagegen in ihrem letzten Rennen vor Olympia über 1000 Meter mit Platz elf.

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