Aarhus (dpa) – Gerade rechtzeitig vor dem Start in die Nations League ging es für Leipzigs Yussuf Poulsen & Co. doch noch in ihre Heimat.

Einen erneuten Auftritt von Hallenfußballern und Zweitligakickern hat die dänische Nationalmannschaft so eben abgewendet, der Sponsoring-Streit zwischen Verband DBU und den Spielern geht aber in die nächste Runde. Nach dem Auftakt in den neuen Pflichtspiel-Wettbewerb gegen Wales am Sonntag (18.00 Uhr) in Aarhus sollen die Verhandlungen direkt weitergehen.

Ich denke nicht, dass man den Leuten vorgaukeln sollte, dass sie sich gefunden haben", sagte Morten Mølholm, der Generalsekretär des dänischen Sportverbandes, am Freitag dem Dänischen Rundfunk. "Ich denke immer noch, dass die Parteien ein Stück voneinander entfernt sind, und es langer Weg ist bis zu einer dauerhaften Vereinbarung.

Spieler und Verband hatten sich am Donnerstagabend darauf geeinigt, unter den Konditionen des ausgelaufenen Sponsoring-Vertrages zu spielen. Da es zuletzt nicht gelungen war, diese Vereinbarung neu auszuhandeln, trat im Freundschaftsspiel in der Slowakei am Mittwoch eine Aushilfsmannschaft mit einigen Futsal-Spielern und Akteuren aus unteren Ligen an. Die dänischen Nationalspieler wollen die Möglichkeit haben, individuelle Sponsorenverträge abzuschließen, auch wenn diese in Konkurrenz zum Teamsponsor stehen.

Nach der achtbaren 0:3-Niederlage der B-Elf ließ der internationale Druck auf den dänischen Verband aber nicht nach. Irlands Trainer Martin O’Neill forderte, dass die Europäische Fußball-Union UEFA reagieren müsse, wenn Gruppengegner Dänemark auch im Nations-League-Spiel gegen Wales mit einer B-Truppe antritt. Am Donnerstagabend sagte der Verband schließlich Ja zur vorläufigen Vertragsverlängerung bis zum 30. September.

So wurden neben Superstar Christian Eriksen von den Tottenham Hotspur auch Dortmund Thomas Delaney, Torhüter Frederik Rönnow von Eintracht Frankfurt und Poulsen in den Kader berufen. Der Leipziger Stürmer stand gegen am Donnerstag beim 1:0 im Test gegen den polnischen Erstligisten Zaglebie Lubin noch 90 Minuten auf dem Platz. "Wenn man so etwas von Bananen-Republiken hört, kann man das noch eher verstehen, aber nicht von einem europäischen Verband wie dem von Dänemark", sagte RB-Coach Ralf Rangnick zum Hin und Her.

Die dänischen Spieler hatten bereits zuletzt vorgeschlagen, den abgelaufenen Vertrag erst einmal zu verlängern, damit die Partien gegen die Slowakei und Wales stattfinden können. Dortmunds Delaney appellierte diese Woche noch einmal: "Können wir nicht nur einen Monat verlängern? Ehrlich, DBU - lasst uns wie Erwachsene miteinander reden." Doch die Verbandsverantwortlichen waren offenbar so sauer, dass man gar nicht mehr reden wollte. "Diese Woche wird nicht mehr verhandelt", hieß es rigoros. Nun soll am Montag die nächste Runde in der Posse anstehen.

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