Oldenburg /Bremen Manchmal hat der Fußball-Gott einen schrägen Sinn für Humor. Wie kann er ansonsten auf die Idee kommen, Marco Friedl so vollumfänglich zu rehabilitieren? Mal ehrlich: Da will der Friedl einen Wechsel kurz vor Transferschluss erzwingen, sieht sich nicht im Stande für Werder aufzulaufen, bleibt einem wichtigen Ligaspiel fern und muss sich danach einen veritablen Shitstorm der Werder-Fans gefallen lassen.

Und nach einer öffentlichen Entschuldigung und einer missglückten Startelf-Rückkehr gegen Dresden nimmt der Freitagabend im Weserstadion hollywoodeske Züge an. Startelf-Einsatz beim ersten Spiel mit 30.000 Zuschauern seit 19 Monaten, inkl. Rückkehr der Werder-Ultras. Und dann wartet der 23-Jährige extra bis Werder auf die Ostkurve spielt, um einen Treffer zu erzielen, den er so vermutlich nie wieder in seiner Karriere machen wird. Chapeau, Herr Friedl.

Comebacks der Ultras

Und wo wir schon bei Comebacks sind: Was für einen Unterschied machen bitte die Ultras im Weserstadion. Ja, klar. Das Publikum hat das Team auch gegen Rostock zum Sieg getragen. Aber die Wucht, mit der das Stadion dieser jungen Truppe nach dem 1:0 durch Friedl einen Push gegeben hat, ist einfach nochmal eine andere Hausnummer.

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Womit wir gleich das nächste Comeback des Abends auf unserer Liste abhaken können: LaOla! Die Welle schwappte durchs Stadion, getragen von Euphorie und (verhältnismäßig) vollen Rängen. Jan nennt LaOla zwar den „Trabi unter den Fanaktionen“. Aber unsere Heimspielauftritte der vergangenen Jahre hatten eben oft nicht mal Zweitakter-Niveau.

Nicht auszudenken wie das erst wird, wenn gegen St. Pauli Ende des Monats 42.100 Fans im Stadion sind und die Ultras ihre Rückkehr in die Ost mit einer Choreographie feiern werden. Gänsehaut beim Gedanken daran.

Spielglück ist bei Werder zurück

Gegen den neuen Tabellenführer hilft dir aber auch die schönste Kurven-Choreo nicht weiter, wenn die Performance der Hauptdarsteller nicht stimmt. Schon gegen Heidenheim hat uns extrem geholfen, dass auch das Spielglück ein spektakuläres Werder-Comeback hingelegt hat! Heidenheim trifft kurz vor der Pause nur den Pfosten, Ducksch legt gleich das zweite Tor nach und der prompte Anschlusstreffer per Kopf wird wegen Abseits aberkannt. Das war so knapp, dass der VAR vermutlich eine kalibrierte Linie an die kalibrierte Linie anlegen musste.

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Und jetzt ist es wie so oft: Die Länderspielpause kommt in Sachen Momentum zum ungünstigsten Zeitpunkt. Das Spiel in Darmstadt kommt also erst Mitte Oktober dran. Vielleicht dann ja mit weiteren Comebacks: Toprak vielleicht? Bittencourt womöglich? Füllkrug sogar?

Wir können es kaum erwarten!

In diesem Sinne: Gute Woche! Gutes Spiel.

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