Oldenburg Es hätte vor dieser eindrucksvollen Kulisse gern etwas mehr sein können. Nach dem Auswärtssieg am Freitagabend bei der HSG Bensheim/Auerbach (24:23) mussten sich die Handballerinnen des VfL Oldenburg keine 72 Stunden später im letzten Heimspiel des Jahres mit 26:30 (14:17) gegen die TuS Metzingen knapp geschlagen gegeben. Vor 1908 Zuschauern in der kleinen EWE-Arena zeigte das junge Oldenburger Bundesligateam gegen den Europapokal-Aspiranten aus Baden Württemberg einen starken Auftritt und scheiterte letztendlich auch an den zu viel vergebenen Torchancen.

Die Ausgangslage vor der Partie war klar: Die ambitionierten „Tussies“ aus Metzingen mussten gewinnen, die Außenseiterinnen aus Oldenburg mussten nicht, wollten aber gewinnen. „Wir können eigentlich ohne Druck spielen. Wir haben mit dem Auswärtssieg in Bensheim Selbstvertrauen getankt und wissen auch, was wir können“, meinte Oldenburgs Co-Trainer Andreas Lampe unmittelbar vor dem Anwurf.

Die VfL-Frauen starteten konzentriert mit dem in der WM-Pause einstudierten Innenblock, den wie schon in Bensheim zunächst Kathrin Pichlmeier und Marie Steffen bildeten. Zudem hielt Chefcoach Niels Bötel in Lisa-Marie Fragge eine weitere Abwehrspezialistin in der Hinterhand. Fragge war wochenlang aufgrund einer Hüftverletzung ausgefallen, befindet sich jedoch wieder auf dem Sprung in die Mannschaft.

Die VfL-Frauen ackerten von der ersten Sekunde an, erzielten durch Helena Mikkelsen (2. Minute) auch den ersten Treffer, gleichwohl setzten die Gäste mit den ehemaligen Oldenburgerinnen Madita Kohorst (Tor) und Cara Hartstock (Kreis) mit ihrem Tempospiel immer wieder empfindliche Nadelstiche. Aber die Gastgeberinnen blieben dran, holten zunächst einen 3:6-Rückstand (9.) auf und steckten auch einen 5:0-Lauf der „Tussies“ zum zwischenzeitlichen 6:11 (17.) weg. Und schließlich war da noch die deutsche Nationalspielerin Marlene Zapf. Die Metzinger Rechtsaußen bewies einmal mehr ihre Klasse und sorgte mit sechs Treffern vor der Pause für die am Ende verdiente 17:14-Halbzeitführung der Gäste.

In Halbzeit zwei waren die VfL-Frauen sichtlich bemüht, die Fehlerquote im Angriff so gering wie möglich zu halten, um so nicht weitere Konter der „Tussies“ heraufzubeschwören. Dabei gelangen Jenny Behrend und Co. auch wiederholt sehenswerte Angriffsaktionen, doch Metzingen konnte postwendend antworten und den Drei-Tore-Vorsprung sogar noch ausbauen (21:17/35. und 26:21/47.). Spätestens jetzt zeigte auch Metzingens Torfrau Madita Kohorst in 1:1-Situationen ihr Ausnahmekönnen. Mit etlichen Glanzparaden entnervte sie die VfL-Angreiferinnen. Da half es auf der Gegenseite wenig, dass sich auch die für Julia Renner ins VfL-Tor beorderte Nele Reese den einen oder anderen Ball schnappte. Gegen die individuelle Klasse des Gegners waren die tapfer kämpfenden Gastgeberinnen schließlich dann doch unterlegen.

Noch am Freitag in Bensheim hatten die Oldenburgerinnen in einer ausgeglichen geführten Begegnung etwas mehr Spielglück verbuchen können. 59 Sekunden vor Spielschluss hatten die Gastgeberinnen noch mit 23:22 geführt. Doch Kreisläuferin Ann-Kristin Roller und Rückraumspielerin Katrin Pichlmeier mit ihrem Treffer in der Schlusssekunde drehten die Partie noch zu Gunsten der Mannschaft von Trainer Bötel.

Ganz so viel Zeit zum Luftholen bleibt den VfL-Frauen nicht. Denn bereits am kommenden Samstag (19 Uhr) steht das schwere Auswärtsspiel bei Frisch Auf Göppingen auf dem Bundesliga-Spielplan. Die nächste Heimpartie bestreitet der viermalige deutsche Pokalsieger dann am Mittwoch, den 15. Januar (19.30 Uhr, kleine EWE-Arena) gegen das abstiegsgefährdete Team von der HSG Bad Wildungen.

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Otto-Ulrich Bals Autor
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