Oldenburg Heimspiele sind in dieser Saison nicht unbedingt eine Sache der VfL-Handballerinnen – und so muss die Mannschaft von Trainer Niels Bötel weiter auf den ersten Rückrundenerfolg in der Bundesliga warten. Gegen die Neckarsulmer Sport-Union präsentierten sich die Oldenburgerinnen am späten Sonntagnachmittag über 60 Minuten betrachtet als das fehlerhaftere Team und kassierte eine nicht unverdiente 21:23 (10:10)-Niederlage. Ärgerlicher Nebeneffekt: Mit dieser fünften Pleite im achten Heimspiel vergrößerten die erneut ersatzgeschwächt angetretenen Gastgeberinnen in der Bundesliga-Tabelle den Abstand zum gesicherten Mittelfeld. Die Gäste aus Baden-Württemberg setzten sich indes ein wenig nach oben ab. Erfolgreichste Werferin beim VfL war Myrthe Schoenaker, die sieben Treffer erzielte.

„Das Spiel haben wir heute ganz klar im Angriff verloren. Dieser kollektive Blackout bei der Chancenverwertung ist mir ein Rätsel. Auch Neckarsulm hat viele Chancen vergeben – nur wir halt die zwei, drei zu viel“, ärgerte sich Jane Martens über die unnötige Heimpleite. Ihr Trainer konnte dieser Analyse nur zustimmen. „Das war heute sicher ein Spiel der Torfrauen. Das entschuldigt aber nicht unsere schlechte Wurfquote. Ich habe noch nicht genau nachgezählt, aber acht, neun freie Würfe haben wir locker vergeben“, befand Bötel.

Dass das Spiel aus Oldenburger Sicht kein Selbstläufer werden würde, war schon vor dem Anpfiff klar. Die VfL-Frauen mussten außer auf die Langzeitverletzten Carina Aselmeyer und Lina Genz erneut auch auf Kristina Logvin (Schulterverletzung) verzichten. Nicht im Aufgebot stand zudem die junge Außenspielerin Lana Teiken. Und speziell in der jüngsten Vergangenheit hatten sich beide Teams stets heiß umkämpfte Duelle geliefert. So überraschte Neckarsulm die VfL-Frauen beim letzten Auftritt in Oldenburg im April 2019 erst mit einer starken Leistung und siegte nicht unverdient mit 28:26.

Umso erfreulicher aus war aus Sicht der Gastgeberinnen, dass Torfrau Julia Renner ihre Fingerblessur aus dem Dortmund-Spiel überwunden hatte und auch Torjägerin Kathrin Pichlmeier nach ihrer gegen den Thüringer HC erlittenen Bänderverletzung gegen Neckarsulm wieder im Kader stand.

Renner musste dann auch von Beginn an ihr ganzes Können aufbieten, um den VfL im Spiel zu halten. Auf der Gegenseite agierte zunächst Malene Staal anstelle von Schoenaker auf der Spielmacherposition. Die Norwegerin war mit ihren ersten beiden Würfen gleich zum zwischenzeitlichen 2:2 erfolgreich. Zu diesem Zeitpunkt waren schon acht Minuten gespielt. Überhaupt sahen die 812 Zuschauer in der kleinen EWE-Arena eine torarme erste Halbzeit. Beide Teams leisteten sich reihenweise technische Fehler oder Fehlwürfe und boten in Renner (VfL/9 Paraden) und Sarah Wachter (Neckarsulm/10 Paraden) zwei bärenstarke Torhüterinnen auf.

Nach der Pause übernahm beim VfL Schoenaker wieder von Beginn an die Spielmacherrolle. Die Niederländerin brachte die Gastgeberinnen auch umgehend mit 11:10 (31. Minute) in Front. Dies sollte allerdings die letzte Führung für die VfL-Frauen bleiben. Die Oldenburgerinnen fanden keinen richtigen Zugriff, und Neckarsulm konnte in der 39. Minute erstmals mit drei Treffern (15:12) davonziehen. Und nachdem wenig später Nationalspielerin Jenny Behrend auch ihre zweite Gegenstoß-Chance vergeben hatte, wurden die Gesichter auf der VfL-Bank immer länger. Der VfL vergab einfach zu viele freie Würfe.

Neckarsulm indes hielt die Fehlerquote zumindest im Angriff in Grenzen und kam so immer wieder zu gut herausgespielten Treffern. Die VfL-Frauen verzettelten sich derweil immer wieder einmal in Einzelaktionen und konnten den Rückstand bestenfalls mal auf ein Tor (17:18/50. und 19:20/57.) verkürzen.

Für die VfL-Frauen geht es in der Bundesliga schon in drei Tagen mit dem nächsten Heimspiel weiter. Im traditionellen Nordderby trifft der viermalige deutsche Pokalsieger bereits am Mittwochabend (19.30 Uhr, kleine EWE-Arena) auf den Buxtehuder SV. Das Hinspiel im Oktober im Sportzentrum Nord hatte das Team von Trainer Bötel klar mit 24:31 verloren.

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Otto-Ulrich Bals Autor
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