Landesturnier In Rastede
Hier zeigen sich Nachwuchsstuten von der schönsten Seite

Für die Richter geht es bei der Bewertung um die ganz kleinen, aber entscheidenden Unterschiede. Am Ende siegte „Fürstin Gesine“ aus Steinfeld im Landkreis Vechta.

Bild: Lars Lewandowski
Siegerin wurde „Fürstin Gesine“ vom Gestüt Lewitz in Steinfeld.Bild: Lars Lewandowski
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Rastede Beste Oldenburger Pferdequalität bei schlechtestem Wetter: Als am Donnerstag die Top-Nachwuchsstuten der Oldenburger Pferdezucht auf dem Landesturnier in Rastede präsentiert wurden, öffnete der Himmel alle Schleusen und ließ es in gewaltigen Strömen regnen. Aber nur ahnungslose Zuschauer waren in Sorge, dass die Stuten-Präsentation ins Wasser fallen könnte.

Tatsächlich nutzten die Teilnehmer der festlichen Vorstellung unter dem Traditionsnamen „Brillantring“ das miserable Wetter zu einer eindrucksvollen Demonstration ihrer Gelassenheit. Sowohl die drei- bis vierjährigen Nachwuchspferde als auch ihre Begleiter zeigten sich von den Wassermassen unbeeindruckt und gaben dem unter großen Schirmen geschützten Publikum praktischen Anschauungsunterricht über die oldenburgische Art, schlechtestes Wetter wegzulächeln oder zumindest zu ignorieren.

Die zum großen Teil fachkundigen Zuschauer honorierten den Einsatz mit anerkennend-freundlichem Applaus. Schon im Laufe des Tages hatten sich die Besucher gründlich über den Pferdenachwuchs informieren können – schließlich ist der Donnerstag auf dem Landesturnier im Schlosspark Rastede traditionell der Tag der Oldenburger Pferdezucht.

Neben dem reitsportlichem Programm werden dann schon tagsüber die besten Oldenburger Nachwuchs-Zuchtstuten präsentiert – und am Abend dürfen sich dann die Besten der Eliteschau im „Brillantring“ präsentieren. Zu dem Tag der Zucht kommen seit Jahren auch Fachleute aus dem In- und Ausland, weil eine solche Qualitätsdichte anderswo nur schwer zu finden ist. Weil die Züchter der Oldenburger Pferde erfolgreich auf beste Qualität achten, gibt es hier nicht nur zwei bis drei, sondern vielleicht 30 bis 40 besonders gute Stuten, die auf verschiedenen Leistungsprüfungen ihre Rittigkeit, ihr Bewegungsvermögen und ihre Charakteranlagen gezeigt haben.

Im „Brillantring“ vorgestellt wurden am Ende 14 Dressur- und drei Springpferde. Siegerin wurde „Fürstin Gesine“ vom Gestüt Lewitz in Steinfeld (Landkreis Vechta), ein Pferd zu dessen Vorfahren der nicht nur im Oldenburger Land legendäre Hengst „Donnerhall“ gehört. Beste Stute für den Springsport wurde „La Marron“ aus der Zucht von Elke und Franz Josef Herff in Herzogenrath, jetzt in Lindern (Landkreis Cloppenburg) zu Hause.

Für die Richter war die Auswahl keine leichte Aufgabe. Angesichts einer extrem hohen Leistungsdichte und einer eindrucksvollen Grundqualität sind es die ganz kleinen Unterschiede, die dann zwischen Sieg und Platz entscheiden. Das Rasteder Publikum jedenfalls war mit den Entscheidungen offenbar zufrieden – und akzeptierte auch ohne Murren die Entscheidung von Reitern und Turnierleitung, die vorgesehene Springprüfung nach der Stutenschau abzusagen, weil der rutschige Boden nach dem Gewaltregen eine erhebliche Verletzungsgefahr für Pferde und Reiter bedeutet hätte.

Statt dessen nutzten Zuschauer und Reiter die Angebote der Turnierplatz-Gastronomie – und schauten sich interessiert auf den großen Videowänden die Fernsehberichterstattung über die Springreiter in Aachen an, die dort um den Preis der Nationen kämpften.

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