Magdeburg Nach langer Krise blicken die deutschen Schwergewichtsboxer wieder besseren Zeiten entgegen. Der am Wochenende verkündete Auftritt des Magdeburgers Tom Schwarz am 15. Juni in Las Vegas gegen Ex-Champ Tyson Fury kam für viele Insider nicht so überraschend. Die schweren Jungs aus Deutschland sind wieder gefragt – Ulf Steinforth sei Dank.

Der Promoter aus Magdeburg verfügt über einige Rohdiamanten in seinem SES-Stall. Europameister Agit Kabayel (26) hat schon dreimal seinen EM-Gürtel verteidigt und ist mittlerweile ebenfalls reif für einen WM-Kampf. Jugend-Olympiasieger Peter Kadiru (24) gilt als besonderer Hoffnungsträger. Der Hamburger hat bei den Junioren alles abgeräumt und wird von Klitschko-Manager Bernd Bönte beraten.

„Alle drei sind jung, ambitioniert und auf den jeweiligen Stufen ihrer Karriere herausragende Hoffnungsträger“, sagte Steinforth über sein Trio. Im 20. Jahr seines Boxstall-Bestehens hat sich der 51-Jährige längst aus dem Schatten von Sauerland-Promotion gearbeitet und gilt in Deutschland als wichtigster Box-Promoter.

Wenn Steinforth im Juni zum Kampf von Schwarz in Richtung Las Vegas jettet, wird aber auch der erfahrene Manager einen neuen Höhepunkt erleben. Im Box-Mekka ist bislang noch keiner seiner Schützlinge aufgetreten.

„Ich glaube an ihn, er hat alle Fähigkeiten, dieses Duell zu gewinnen, sonst hätten wir diesen Kampf nicht gemacht“, sagte Steinforth über Schwarz, der mit 19 Jahren Profi wurde. Der für Steinforth arbeitende Trainer Dirk Dzemski hatte das Talent in einem Nachbardorf entdeckt und nach Magdeburg zu SES gebracht.

Schwarz hat trotz seiner Größe von 1,97 Meter eine starke Beinarbeit und kann selbstbewusst auftreten. „Mit meinen boxerischen Fähigkeiten habe ich alle meine 24 Kämpfe gewonnen, habe nichts zu verlieren und will in dieser Herausforderung gegen Tyson Fury auch meinen 25. Kampf gewinnen“, sagte der 24-Jährige vor seinem großen Auftritt im Thomas & Mack Center von Vegas. Um einen Titel geht es bei dem Kampf allerdings nicht, der Brite Fury hatte seine WM-Gürtel wegen einer Doping-Affäre verloren.

Die deutschen Boxer profitieren auch davon, dass die drei großen Namen im internationalen Profiboxen, Anthony Joshua (Großbritannien/DAZN), Deontay Wilder (USA/Showtime) und Fury (Großbritannien/ESPN) allesamt bei unterschiedlichen US-Bezahlsendern unter Vertrag stehen und daher nicht so schnell gegeneinander antreten können. Sie sind auf Gegner angewiesen, die vertraglich nicht so sehr gebunden sind. Allerdings hat sich Schwarz den Kampf auch sportlich verdient. Er liegt bereits an Nummer zwei der WBO-Rangliste.

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