Köln Der neue Hoffnungsträger des 1. FC Köln hielt sich mit der Analyse der nächsten Niederlage nicht lange auf. „Jetzt habe ich zwei Wochen Zeit, um mit der Mannschaft zu trainieren. Ich brauche noch viel mehr Training“, sagte Claudio Pizarro, nachdem er beim bitteren 1:2 (0:1) gegen Vize-Meister RB Leipzig seine ersten Minuten in der Fußball-Bundesliga für den FC absolviert hatte: „Die Situation ist schwierig, aber ich kenne das.“

Was der Peruaner meinte: Mit einem Punkt, zwei Toren und bereits sechs Zählern Rückstand auf den Relegationsplatz ist der FC schon nach sieben Spieltagen gehörig unter Druck. Einen derart schlechten Start hat der Club in seiner Bundesliga-Geschichte noch nie hingelegt.

Jetzt wollen Trainer Peter Stöger und Co. die Länderspielpause nutzen, um sich neu aufzustellen und einzuspielen. Dabei wird es vor allem darum gehen, Pizarro zu integrieren. Umso größer sind die Hoffnungen der Kölner Fans, die sie mit Pizarro verbinden. Seit Freitag ist der erfolgreichste ausländische Torschütze der Bundesligageschichte (191 Tore in 431 Spielen) beim FC unter Vertrag, und kein Profi im Kölner Kader steht mehr für Erfolg als der Peruaner. Champions-League-Sieger, deutscher Meister, DFB-Pokalsieger: Pizarro verkörpert alles, was sich die FC-Anhänger wünschen.

Entsprechend laut wurde es im Stadion, als der Oldie, der am Dienstag 39 Jahre alt wurde, aufs Feld kam. „Ich habe mich gefühlt, als hätten wir ein Tor geschossen. So laut war es“, meinte Leonardo Bittencourt, nachdem Pizarro in der 54. Minute für den verletzten Jhon Cordoba eingewechselt worden war: „Leider hat es am Ende nicht gereicht.“ Cordoba hat eine nicht näher spezifizierte Muskelblessur – Pizarro wird dringend gebraucht.

Pizarro legte zwar gleich bei seiner ersten Aktion ein Abseits-Tor von Bittencourt (55. Minute) auf, ansonsten fehlte dem Peruaner aber die Bindung zum Spiel. Bis auf einen Torschuss und einige Pässe kam er kaum zum Zug. „Er hat das trotzdem gut gemacht, viele Bälle abgelegt und verteilt“, meinte Abwehrchef Dominique Heintz: „Er ist ein überragender Typ.“

Was den Kölner trotz der sechsten Niederlage im siebten Spiel Hoffnung machte, war die eigene Leistung. „Hier werden noch viele Mannschaften verlieren, Köln hat viel Qualität“, sagte Gäste-Trainer Ralph Hasenhüttl: „Wir sind verdammt froh, hier gewonnen zu haben.“

Sein Kumpel Stöger denkt im Übrigen nicht an Rücktritt. „Ich habe hier drei Verträge unterschrieben, den letzten bis 2020. Ich kann jetzt nicht sagen: Ich verpisse mich bei der ersten schwierigen Phase. Das wäre unterste Schublade, dafür mag ich den Club und die Stadt viel zu sehr“, sagte er dem „Express“.

Auch Ex-FC-Profi Toni Polster glaubt, dass der Geißbockclub seinem österreichischen Landsmann aufgrund des Erreichten in den letzten Jahren Karenz einräumen wird.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.