Rastede Abendstille war woanders. Im Schlosspark Rastede ging die Post ab, als es am Samstagabend langsam dunkel wurde. Auf dem Oldenburger Landesturnier, dem jährlichen Juli-Treffen der großen Reiterfamilie des Oldenburger Landes, wurde das Publikum mit einer Zeitspringprüfung auf den Höhepunkt des Showprogramms eingestimmt.

Während Reiter und Pferde im Parcours vor prächtiger Kulisse unter Flutlicht Vollgas gaben und mächtig Tempo machten, um mit möglichst wenig Springfehlern schnell ins Ziel zu kommen, schauten viele Besucher immer wieder besorgt auf die Wetterinformationen ihrer Handys.

Da war doch tatsächlich eine unangenehme Gewitterfront im Anmarsch und drohte das Ende der minutiös geplanten Show zu beeinträchtigen. Doch nach und nach entspannte sich die Lage. Während es ringsherum teilweise heftig gewitterte, gab es in Rastede nur Regen von der Sorte, die ein Reiter zu ignorieren pflegt.

Pünktlich um 23 Uhr konnte also der beliebte Ride&Drive-Wettbewerb beginnen. Fünf Mannschaften traten gegeneinander an – jeweils eine Vierspänner-Kutsche, ein Reiter mit seinem Springpferd und ein Fußballer aus dem Rasteder Umland. Streng von der Stoppuhr begleitet, hatte zunächst der Fußballer eine anspruchsvolle Dribbelstrecke unmittelbar vor der Haupttribüne zu absolvieren. Fortgesetzt wurde die Stafettenprüfung mit Pferd und Reiter, die – wieder mit Höchsttempo – einen kleinen Parcours zu absolvieren hatten.

Zum Abschluss hieß es dann, runter vom Pferd und über die gesamte Länge des Springplatzes zur wartenden Kutsche zu sprinten, bevor es dann mit Karacho um einen abgesteckten Kurs ging. Den teilweise halsbrecherisch wirkenden Gespannfahrten war anzumerken, dass es Fahrern und Pferden immer wieder richtig Spaß macht, mit Vollgas über den Springplatz zu brettern – und das vor einer Zuschauerkulisse, wie sie im Fahrsport normalerweise nicht zu erleben ist.

Zum Auftakt des Showprogramms hatte es am frühen Abend ein Kontrastprogramm zu den nächtlichen Tempo-Nummern gegeben. Hohe Schule der Reitkunst auf prächtigen Hengsten – das Celler Landgestüt zeigte erstmals in Rastede Auszüge aus seiner Quadrille, die seit mehr als 100 Jahren als ein Markenzeichen Niedersachsens gilt.

Die letzte Viertelstunde vor Mitternacht gehörte dann einem Feuerwerk, das den Turnierplatz festlich überstrahlte. Mit dem Ende des Showprogramms war natürlich noch nicht das große Fest der Oldenburger Reiterfamilie beendet. Das geht üblicherweise bis zum frühen Sonntagmorgen.

Jürgen Westerhoff
Redakteur
Regionalredaktion

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