DIEKMANNSHAUSEN „Schleuderball war Pflicht, in jeder Pause. Wir durften kein Fußball spielen. Das verbot uns der Lehrer, das kam ja aus England und galt als Sünde“. So erklärt Heinz Sandersfeld (85) aus Mentzhausen, wie er an das „Spiel mit der Schlaufe“ kam – und deshalb bis heute ein begeisterter Anhänger ist. Kein Wunder also, dass er sich am Wochenende zu den „Käklern und Mäklern“ gesellte, die vom Spielfeldrand aus in Diekmannshausen die Spiele des 82. Plakettenspieltages des TV Schweiburg entsprechend fachmännisch kommentierten.

„Der Plakettenspieltag war für uns der Hauptfeiertag im Jahr“, erzählte auch Wilhelm Bödecker. Und verschmitzt fügte der 85-Jährige hinzu: „Um dahin zu kommen und nicht zu arbeiten, haben wir auch schon mal die Dreschmaschine verstopft“. Aber Bödecker hat auch 40 Jahre selbst aktiv Schleuderball gespielt. Damals, berichtete er, seien die Spiele härter und hektischer gewesen. „Da gab es auch schon mal was auf die Birne“, sagte Bödecker.

Dass diese Spiele zuweilen „hitzige Schlachten“ waren, wusste auch Heino Fuhrken (75) zu berichten. Der Braker stand oft als Schiedsrichter „auf der anderen Seite“.

Zu den Spielen der Jugendlichen und Schüler in sechs Leistungsklassen und den Männern in zwei Leistungsklassen kamen am Wochenende aber nicht nur die „Schleuderballsenioren“ der Region. Detlef Gerjets aus Reepsholt etwa nahm die Tour auf sich, um seinem Sohn Eimo und dessen Freund Jannik das Schleuderballspiel zu zeigen. „In meiner Jugend habe ich selber in Zetel gespielt“, berichte er.

Ebenfalls Stammgast ist der Jader Bürgermeister Henning Kaars. „Jung und Alt ergänzt sich hier hervorragend“, lobte er.

Fortlaufend gut informiert wurden die Zuschauer über eine Lautsprecheranlage. Im Richterturm saß der fachkundige Jugendliche Finn Pöpken.

Erfreut über den Verlauf der zweitägigen Veranstaltung zeigte sich im Gespräch mit der NWZ  die Vorsitzende des ausrichtenden Vereins, Silke Wulff. „Es herrschte großer Andrang am Kaffee- und Kuchenstand im Zelt“. Mehrere Frauen hätten freiwillig ihre Mitarbeit angeboten, was in der heutigen Zeit „leider oft rar geworden ist“, wie Wulff bedauerte.

Zur Stimmung trug nicht zuletzt bei, dass der Seriensieger TuS Grabstede diesmal am neuen Plakettensieger BV Reitland scheiterte. Der Gesang der „Käkler und Mäkler“ war unüberhörbar: „Oh wie ist das schön!“ Und als zu diesem Endspiel auch noch ein paar Regentropfen fielen, kommentierte Silke Wulff dies di-plomatisch: „Ob das Freuden- oder Trauertränen sind, muss jeder selbst herausfinden.“

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