BERLIN Der Berliner Eistänzer Sascha Rabe hat versucht, sich das Leben zu nehmen. Das bestätigte Rabes Anwältin Karla Vogt-Röller am Mittwoch. „Ich habe Sascha Rabe selbst am Montag auf der Intensivstation besucht“, sagte die Juristin. Ihr Mandant habe sich mit einem Mix aus Tabletten und Alkohol das Leben nehmen wollen, weil er sich in einem Erschöpfungszustand befinde.

Der 23-jährige Rabe beschuldigt den Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union (DEU), Udo Dönsdorf (56), ihn im Juni 2006 in der Nacht vor einer Sichtung im Rahmen eines Kaderlehrgangs in Berlin sexuell genötigt zu haben.

Zuletzt hatte Rabe wieder regelmäßig in Berlin trainiert. Nach Aussage seiner Anwältin sei er kollabiert, nachdem er ein Schreiben von der DEU erhalten hatte. Darin sei er aufgefordert worden, die DEU-Ärzte von ihrer Schweigepflicht auch gegenüber Dönsdorf zu entbinden.

Vogt-Röller hat sich nun erneut für Gespräche mit der DEU und Dönsdorf ausgesprochen. Der Eislauf-Verband hat den Fall allerdings bereits offiziell abgehakt. Vizepräsident Uwe Harnos sagte, man sei zu der Erkenntnis gelangt, dass es sich um eine Privatangelegenheit von Dönsdorf handele.

Knapp drei Jahre nach den mutmaßlichen Vorfall in einem Berliner Hotel brach der deutsche Junioren-Meister von 2005 sein Schweigen. Bevor Rabe am 14. März 2009 rechtlichen Beistand einholte, hatte er in einer umfassenden E-Mail 13 Funktionäre und Trainer über den brisanten Sachverhalt informiert. Der Sportdirektor reist deshalb nicht mit zur Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft in die USA.

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