Sotschi Ein Anschlag auf Sportler ist seit München 1972 die Horror-Vision der Olympia-Planer. Auch in Sotschi soll die deutsche Mannschaft gewappnet sein. Das Bundeskriminalamt und der Deutsche Olympische Sportbund halten im Fall eines Terrorangriffs einen Notfallplan für das deutsche Team bereit. Das BKA geht in seinen Informationen von keiner konkreten Gefährdung Olympias aus, wohl aber von einer „hohen abstrakten Gefährdung“. DOSB-Sprecher Christian Klaue erklärte auf Anfrage, diese zwölfseitige Broschüre gebe es „vor allen Olympischen Spielen“.

Unterdessen gehen die Diskussionen um den deutschen Fahnenträger, der die Flagge an diesem Freitag (17 Uhr/ZDF) bei der Eröffnungsfeier präsentieren soll, weiter. An diesem Donnerstag fällt die Entscheidung. Claudia Pechstein wird bei der Wahl wohl keine Rolle spielen. Der deutsche Chef de Mission, Michael Vesper, gab am Mittwoch einen deutlichen Wink. „Ein Fahnenträger muss nicht nur erfolgreich sein, sondern er soll auch ein Vorbild für junge Menschen sein und den olympischen Geist in sich tragen.“ Pechstein, die 2009 aufgrund eines indirekten Dopingnachweises für zwei Jahre gesperrt worden war, polarisiert noch immer.

Hier soll Deutschland Medaillen holen

Der DOSB hat mit den Fachverbänden eine Zielvereinbarung von 27 bis 42 Medaillen getroffen. Die Medaillenziele Bob 3 bis 5 Medaillen (Vancouver 2010: 3), Rodeln 5 bis 6 (5), Skeleton 1 bis 2 (2), Frauen-Eishockey 1 (0), Eiskunstlauf 1 (1), Eisschnelllauf 2 bis 3 (4), Shorttrack 1 (0), Biathlon 4 bis 6 (5), Skilanglauf 2 bis 3 (5), Nordische Kombination 2 bis 3 (1), Skispringen 2 (1), Ski alpin 3 bis 4 (3), Ski Freestyle 1 bis 2 (0), Snowboard 1 bis 3 (0).

Heißeste Kandidatin ist angesichts der Aussagen Vespers wohl Biathletin Andrea Henkel, auch Skirennläuferin Maria Höfl-Riesch und Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle werden noch Chancen eingeräumt. Sachenbacher-Stehle selbst glaubt nicht daran, als Fahnenträger ausgewählt zu werden: „Damit habe ich mich gar nicht befasst. Wenn, dann denke ich, wird eher die Andrea die Fahne tragen.“

Ebenfalls äußerte sich Vesper zu den Doping-Mutmaßungen des Molekularbiologen Perikles Simon. „Ich halte solche Angaben für unseriös und respektlos gegenüber den Athleten“, kritisierte Vesper scharf. Simon hatte behauptet, dass 60 Prozent aller Olympia-Teilnehmer in Sotschi gedopt in die Wettkämpfe gehen.

Im österreichischen Lager gab es auch am Mittwoch nach Bekanntwerden von Entführungsdrohungen gegen zwei Olympioniken noch keine Hinweise auf mögliche Täter. Die Prüfung durch den Verfassungsschutz laufe, aus „ermittlungstechnischen Gründen“ gebe das Innenministerium aber keine weiteren Details zum Fall bekannt. Das Österreichische Olympische Komitee hatte am Montag einen Brief erhalten, in dem die Entführung von Skirennfahrerin Bernadette Schild und Skeleton-Pilotin Janine Flock während der Winterspiele angekündigt wurde.


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