Mannheim (dpa) - Den Vergleich mit Leon Draisaitl steckt Tim Stützle locker weg. Denn an Selbstbewusstsein mangelt es dem 18 Jahre alten Eishockey-Talent der Adler Mannheim nicht.

Damit erfüllt der als bester Spieler seines Jahrgangs außerhalb Nordamerikas gehandelte Stürmer schon einmal eine der wichtigsten Voraussetzungen, um in besten Liga der Welt Karriere zu machen. Viele Experten sehen in dem Teenager schon den nächsten Draisaitl. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (01.00 Uhr/MESZ) könnte der gebürtige Viersener den aktuell besten Spieler der Welt sogar schon einmal übertreffen.

Beim jährlichen Draft der nordamerikanischen Profiliga NHL sichern sich die Teams die Rechte an den weltweit größten Talenten. Der aktuelle NHL-Topscorer und zum besten Spieler der Liga gekürte Draisaitl war 2014 an dritter Position gezogen worden - so früh wie zuvor kein anderer in Deutschland ausgebildeter Profi zuvor.

"Es ist auf jeden Fall mein Ziel, in den Top drei gezogen zu werden", sagte Jung-Nationalspieler Stützle vor dem in diesem Jahr digitalen Event. "Das ist auf jeden Fall möglich. Die Chancen stehen meiner Meinung nach gut." Die erste Position scheint an den Kanadier Alexis Lafrenière zu gehen, bei dem die New York Rangers zugreifen dürften.

Danach sind die Los Angeles Kings mit Assistenztrainer Marco Sturm dran. Experten rechnen schon dann mit dem Zugriff auf das größte deutsche Sturm-Talent seit Draisaitl. "Man kann sagen, sie sind ungefähr auf dem gleichen Level", sagte der frühere Bundestrainer Sturm über beide und lobte Stützle: "Er kann so ziemlich alles. Wir sehen ihn als einen Topstürmer für die Zukunft der NHL"

Draisaitl übertreffen zu können, schon bevor die eigentliche NHL-Karriere überhaupt angefangen hat, scheint für den aus Tönisvorst bei Krefeld stammenden Stützle eher keine Bürde zu sein. "Ich sehe das als Ehre und Motivation. Wenn man mit so einem Spieler verglichen wird, will man irgendwann auch dahin kommen, auf das Level", sagte Stützle, der mit Draisaitl in Kontakt steht. "Leon hat sich bei mir gemeldet und mir alles Gute für den Draft gewünscht. Das war sehr cool", sagte Stützle der "Bild am Sonntag".

Draisaitls Durchbruch zum NHL-Topstar und Deutschlands Silbermedaille bei den Olympischen Winterspielen 2018 haben das Interesse der NHL an deutschen Talenten deutlich steigen lassen. Im Vorjahr wurde Moritz Seider bereits an sechster Position von Detroit gezogen - was für einen Abwehrspieler eine besondere Auszeichnung ist. In diesem Jahr könnte es zudem ein deutsches Novum geben: Stützle, John Jason Peterka (derzeit von Red Bull München an Red Bull Salzburg verliehen) und Lukas Reichel von den Eisbären Berlin könnten zusammen in der ersten Runde des Drafts gezogen werden. "Das wäre für das deutsche Eishockey ein sehr großer Tag", sagte Bundestrainer Toni Söderholm und schätzte die Chancen dafür als "sehr gut" ein.

Wegen der Corona-Pandemie findet der Draft in diesem Jahr so spät wie nie zuvor statt. Die Veranstaltung ist normalerweise eine große Show in einer NHL-Arena. In diesem Jahr muss Stützle in der Nacht online mitfiebern. Ein Event soll es für ihn trotzdem werden. Mit Teamkameraden der Adler und der Familie hat er sich in einer Mannheimer Sportsbar eingemietet. "Wir machen zusammen unseren eigenen Draft-Abend", sagte Stützle, bei dem noch unklar ist, ob er direkt nach Nordamerika geht und noch in Mannheim bleibt. Die Präferenz des im Vorjahr besten DEL-Neulings ist klar: "Ich will so schnell wie möglich in die NHL."

© dpa-infocom, dpa:201005-99-830446/2

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