BOKEL Das Spiel selber ist alt, gespielt werden kann es von Zehn- bis 100-Jährigen – am besten am Küchentisch, der Einsatz sind traditionell Bohnen. Von welchem Spiel die Rede ist? „Pochen natürlich“, lächeln die Spielfreunde, die sich bei Willy Peper am Küchentisch vor dem Holzspielbrett und den Töpfen mit besagten Bohnen versammelt haben.

Ursprünglich französisch

„Ich kenne das Spiel noch aus meiner frühen Kindheit“, erklärt Dieter Buschmann die Entscheidung für das ursprünglich französische Kartenspiel aus dem 19ten Jahrhundert, dem Vorläufer des heutigen Poker. Und die Spielregeln seien denkbar einfach, fügt Buschmann an. Einfach? Was sich bei Willy und Monika Peper, Dieter und Marlene Buschmann sowie Enno und Edeltraud Kruse so locker anhört, ist in Wahrheit ein Hochgeschwindigkeitskartenspiel, bei dem die Skat-Karten nur so auf dem Holzbrett wirbeln.

Im Einzelnen: Das Spielbrett verfügt über acht kleine Mulden am Rand und eine in der Mitte. Sechs der Vertiefungen sind jeweils einer Karte, Zehn, Bube, Dame, König, Joker und As, zwei Mulden jeweils mehreren Karten gemeinsam (sieben, acht und neun) sowie Dame und König zugeordnet. In der Mitte befindet sich das Joker-Fach. Nach dem Austeilen des gesamten Kartenstapels an idealerweise sechs Mitspieler wird zuerst gesetzt. Jeder Spieler legt in jedes Fach je eine Bohne. Nun dürfen sich die Spieler aus den Mulden am Rand die Bohnen holen, deren zugehörige Karte sie auf der Hand haben.

Die Farbe bestimmt sich nach der Farbe der zuletzt ausgeteilten Karte. In diesem Fall ist Herz Trumpf. Peper nimmt sich den Einsatz aus dem Fach mit der Acht, da er die Herz-Acht auf der Hand hat. Sind die Bohnen der Außenvertiefungen verteilt, beginnt das eigentliche Pochen. Hier bemerkt man die Ähnlichkeit mit Poker: Wer ein günstiges Blatt auf der Hand hat, mindestens zwei Karten mit gleichem Wert, setzt weiter. Der Einsatz im Joker-Fach erhöht sich je nach Risikofreude der Spieler, bis einer der „Gegner“ sehen möchte. Dieter Buschmann pocht, er hat drei Siebenen, ihm gegenüber geht Monika Peper mit, zwei Asse. Buschmann will sehen und gewinnt, er hat einen Dreier gegen zwei gleiche Karten. „Hätten beide nur zwei gehabt, entscheidet der höhere Wert“, so Edeltaud Kruse.

Nun beginnt Teil drei des Spiels: Das Ablegen der Karten in der Reihenfolge von Sieben bis zum As streng nach Farbe. Die erste Sieben legt der Gewinner des Pochens, hat er keine, der im Uhrzeigersinn folgende Spieler. Wer zuerst alle Karten ablegen konnte, darf von den Mitspielern Bohnen kassieren. Die Anzahl richtet sich nach der Zahl der noch auf der Hand befindlichen Karten. Jeder Spieler erhält zu Beginn 50 Bohnen, Ziel des Spiels ist das Ansammeln eines möglichst hohen Bohnenbetrags.

„Ist doch ganz einfach“

„Es ist doch ganz einfach“, lachen die sechs Spieler fröhlich. Gut, sie spielen auch bereits seit mehr als zehn Jahren zusammen. „Ein eingespieltes Team“, lächeln sie. Regelmäßig einmal im Monat wird zu netten Gesprächen, einem kleinen Imbiss und Getränken gespielt. „Wir mögen es, da es auch größere Pausen im Spielverlauf zulässt“, lobt Monika Peper das Pochen. Anders als andere Gesellschaftsspiele müsse man sich keinen Spielstand merken, man verliere nie den Spielfluss. Bei einer durchschnittlichen Rundendauer von drei Minuten könne man immer noch schnell zu Ende spielen.

Wer Interesse an dem Gesellschaftsspiel hat, kann sich bereits auf den Winter freuen. Im Januar oder Februar 2011 planen die Sechs einen öffentlichen Poch-Abend, um möglichst viele weitere Spieler zum Erhalt der liebenswerten Tradition zu animieren.

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