Hamburg (dpa) - Europas Fußball-Markt wächst. Und die Bundesliga ist mittendrin. Die deutsche Eliteliga ist im Umsatz-Ranking der europäischen Top-Ligen auf Platz zwei vorgerückt.

Das geht aus der 28. Auflage des "Annual Review of Football Finance" hervor, den das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte für die Saison 2017/18 veröffentlichte. Demnach stieg der Gesamtumsatz der Bundesliga im Vergleich zur Saison 2016/17 um 13 Prozent auf 3,17 Milliarden Euro. Sie zog damit an der spanischen Primera División (3,07 Milliarden Euro/plus 7 Prozent) vorbei. Unangefochtener Erster bleibt weiter die englische Premier League, die mit 5,44 Milliarden Euro rund 72 Prozent mehr erlöste als die Bundesliga.

Grund für den Umsatzsprung im deutschen Oberhaus ist laut Deloitte unter anderen der Start des Medienrechtsvertrages 2017. Zugleich arbeiteten die 18 Clubs so profitabel wie nie. "Der Bundesliga ist in der Saison 2017/18 quasi ein Double in der wirtschaftlichen Performance gelungen: Ein starkes Umsatzwachstum verbunden mit einem wiederholten Anstieg des operativen Profits auf 373 Millionen Euro – das beste Bundesliga-Ergebnis in der Geschichte des Annual Review of Football Finance", sagte Stefan Ludwig, Partner und Leiter der Sport Business Gruppe bei Deloitte.

Im Vergleich mit den anderen großen Ligen in Europa wirtschafte die Bundesliga eher konservativ und erziele ein stärkeres Gleichgewicht zwischen den einzelnen Erlösquellen. Unter anderen war die Bundesliga mit durchschnittlich 43 879 Zuschauern pro Spiel top und lag in diesem Bereich vor der Premiere League (38 495 Zuschauer). Die Personalaufwandquote war mit 53 Prozent im Vergleich zu den Konkurrenz-Ligen gewohnt niedrig.

"Hierdurch spielt sie finanziell im internationalen Vergleich weiterhin vorne mit, auch wenn die englische Liga in wirtschaftlicher Hinsicht das Maß aller Dinge bleiben wird", meinte Ludwig.

Der Gesamtumsatz auf Europas Fußball-Markt kletterte erneut auf Rekordhöhe. Er stieg um elf Prozent auf 28,4 Milliarden Euro. Davon machen die fünf Top-Ligen in England, Deutschland, Spanien, Italien und Frankreich mit insgesamt 15,6 Milliarden Euro (plus 6 Prozent) mehr als die Hälfte aus. Zu der Steigerung in Europa trug auch die Fußball-WM in Russland bei.

Ein Ende des Umsatz-Booms ist laut Ludwig noch nicht in Sicht. "Fußball ist eine der beliebtesten Formen der Live-Unterhaltung und eines der meistdiskutierten Themen in den Social-Media-Kanälen. Die Medienrechte sind mittlerweile nicht nur für die großen TV-Sender, sondern auch bei Online-Unternehmen heiß begehrt", sagte er. "Hier und bei den internationalen Medienrechten gibt es weiteres Wachstumspotenzial für den europäischen Fußball."

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