Kontiolahti Die deutschen Biathleten laufen bei der Weltmeisterschaft in Kontiolahti der Konkurrenz weiter hinterher: Nach Platz sechs in der Mixed-Staffel gab es auch für die Männer im Sprint keine Medaille. Der große Gold-Favorit Simon Schempp erlebte ein schwerwiegendes Debakel in der Windlotterie an der „Bärenbucht“. Erik Lesser verpasste als Fünfter den Bronzerang um fünf Sekunden und sorgte für das beste Ergebnis der vier deutschen Starter.

Besonders bitter: Beim Sieg des Norwegers Johannes Thingnes Bø vor dem Kanadier Nathan Smith und dessen Bruder Tarjei Bø lag Lesser, Olympia-Zweiter im Einzel, bis zum letzten Schuss auf Medaillenkurs. Doch weil am Ende Millimeter fehlten, war es statt der möglichen Silbermedaille nur Blech.

„Ich habe mit den Top Ten geliebäugelt. Aber dass es im Sprint, nicht mein Lieblingsrennen so gut klappt - da bin ich sehr zufrieden“, sagte der Schützling von Bundestrainer Mark Kirchner.

Doch während Lesser nach seinem besten Sprint-Ergebnis mit einer vielversprechenden Ausgangsposition in die Verfolgung am Sonntag geht und angreifen will, erlebte ausgerechnet der dreimalige Saisonsieger Schempp einen rabenschwarzen Tag.

Der Uhinger schätzte an der „Bärenbucht“ den bekannt tückischen Wind falsch ein, justierte seine Visiereinstellung nicht konsequent genug und schoss sieben Fehler. Die tragische Konsequenz: Als 77. verpasste er auch noch die Qualifikation für die Verfolgung. Weil er keine Punkte sammele, verlor er den zweiten Platz in der Weltcupgesamtwertung.

„Sieben Fehler, das ist noch nicht einmal Schülerniveau. Ich weiß nicht, ob ich schon jemals so ein schlechtes Rennen gehabt habe“, sagte Schempp sichtlich geknickt. „Das ist einfach bitter.“ Zwar seien die Windbedingungen nicht einfach gewesen. „Andere hatte solche Bedingungen aber auch.“ Jetzt muss er auf die kommende Woche hoffen: „Zum Glück haben wir noch ein paar Wettkämpfe.“

Und auch Arnd Peiffer, der den letzten Sprint in Oslo gewonnen hatte, fehlte bei den schwierigen Bedingungen das Glück: Im stehenden Anschlag war er noch in aussichtsreicher Position an den Schießstand gekommen. Dann kamen aber Windböen und der Niedersachse musste warten, doch es brachte nichts. Der Sprint-Champion von 2011 musste zweimal in die Strafrunde.

„Stehend hatte ich einige Böen drin und ich habe gewartet, aber es hat sich nicht ausgezahlt“, meinte der Niedersachse, der mit seinem Teamkollegen mitlitt: „Simon mit sieben Fehlern, das ist ja der Wahnsinn, es muss schon ein bisschen ungleich gewesen sein.“

Ein gutes Rennen lieferte derweil WM-Debütant Benedikt Doll ab, der als starker Zehnter ins Ziel kam. Hätte er nicht zweimal stehend gepatzt, wäre sogar eine Medaille möglich gewesen. Bereits in der Mixed-Staffel hatte er überzeugt. Im Sprint ersetzte er den erkrankten Andreas Birnbacher. „Mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden, wenngleich mich die Fehlern ein bisschen ärgern“, sagte Doll.

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