Darmstadt /Bremen Erst gab es eine Einigung, dann beinahe das Transfer-Aus – und letztlich doch die schnelle Vollzugsmeldung: Nach turbulenten Stunden hat Werder Bremen seinen neuen Cheftrainer gefunden. Am Dienstagnachmittag teilte der Absteiger aus der Fußball-Bundesliga mit, dass Markus Anfang von Darmstadt 98 losgeeist wurde und der neue starke Mann an der Seitenlinie wird. Wie für Werder üblich, machte der Verein keine Angaben zu den Vertragsmodalitäten – dabei wäre speziell in diesem Fall nicht nur die Vertragsdauer, sondern vor allem die Höhe der Ablösesumme überaus interessant gewesen.

Lesen Sie auch:
Neuer Trainer passt in neue Werder-Welt
NWZ-Kommentar zur Verpflichtung von Markus Anfang
Neuer Trainer passt in neue Werder-Welt

Das sagt Baumann

„Nach einem intensiven Auswahlprozess sind wir froh, dass wir mit Markus eine Einigung erzielen konnten. Er hat auf seinen bisherigen Stationen als Cheftrainer im Profifußball gezeigt, dass er aus unterschiedlichen Gegebenheiten viel schaffen kann, dass er Siegermentalität vorleben und eine Mannschaft entwickeln kann“, kommentierte Werders Sportchef Frank Baumann. Dabei gab er in der Vereinsmitteilung keinen Kommentar zu dem vorausgegangenen Pokerspiel Darmstadts.

So lief der Poker

Der künftige Ligarivale hatte über das Fachmagazin „Kicker“ am späten Montagabend richtig Druck auf Werder aufgebaut. Demnach hieß es, das Bremer Angebot für den Trainer, der bei den Südhessen einen Vertrag bis 2022 besaß, sei eine „Frechheit“. Die Verantwortlichen zeigten sich „ausgesprochen irritiert“ vom Vorgehen Werders, da die Bremer sich zunächst ausschließlich mit Anfang geeinigt, nicht aber den abgebenden Club kontaktiert hätten. Der Verein hätte eine „marktgerechte Forderung“ gestellt. Werders Angebot sollte sich auf 200.000 Euro belaufen – und das Geld nur in Ratenzahlungen fließen. Der ohnehin bei den Fans nach dem Abstieg heftig kritisierte Baumann, der am Montag aber vom Aufsichtsrat im Amt bestätigt worden war, hatte in den Tagen zuvor offen kommuniziert, dass der neue Trainer für ihn die wichtigste Personalie im Verein sei und er auch bereit sei, dafür Geld in die Hand zu nehmen. Bis zu einer Million Euro wollten die Darmstädter dem Vernehmen nach für ihren Trainer haben. Auf welche Ablöse die beiden Vereine sich letztlich geeinigt haben, ist nicht bekannt. Werder hatte sich vor dem letzten Spieltag von Florian Kohfeldt getrennt. Interimstrainer Thomas Schaaf konnte den Abstieg nicht mehr verhindern.

Das ist Markus Anfang

Mit Darmstadt 98 hatte der gebürtige Kölner in der vergangenen Saison den siebten Tabellenplatz in der 2. Liga belegt, dabei aber immerhin die beste Rückserie der Clubgeschichte spielen lassen. Der 46-jährige frühere Bundesligaspieler machte sich als Trainer von Holstein Kiel einen Namen. Den Club aus Schleswig-Holstein führte er 2017 von der 3. Liga in die 2. Bundesliga und scheiterte ein Jahr später erst in der Relegation am Erstliga-Aufstieg. Anschließend trainierte er den 1. FC Köln in der Zweitliga-Saison 2018/19. Auf Platz eins liegend mit sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang drei stellten die Kölner ihn drei Spieltage vor Saisonende frei. Zur gerade abgelaufenen Spielzeit übernahm er in Darmstadt.

Das sagt der neue Mann

„Werder ist ein großer Club, ein absoluter Traditionsverein mit großer Strahlkraft“, sagte Anfang laut Werder-Mitteilung. Niemand dürfe denken, dass in der neuen Saison einfach werde, denn „dafür ist die 2. Liga zu stark und wird uns alles abverlangen. Wir stehen vor einer schwierigen, aber lösbaren Aufgabe, die unsere ganze Kraft, aber auch Geduld von uns allen erfordern wird“.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.