Hannover (dpa) - Bei Hannover 96 ist ein zweiter Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Einen Tag nach dem Abwehrspieler Timo Hübers als erstem Fall im deutschen Profifußball gab der Verein eine Infizierung des 23 Jahre alten Linksverteidigers Jannes Horn bekannt. Als Konsequenz daraus stehen alle Spieler des Profikaders für die nächsten 14 Tage unter häuslicher Quarantäne, der Trainingsbetrieb wurde am Donnerstag eingestellt. Außerdem beantragte der Club bei der Deutschen Fußball Liga die Absetzung der beiden nächsten Zweitligaspiele gegen Dynamo Dresden und beim VfL Osnabrück.

"Die Situation ist für alle Beteiligten nicht leicht, trotzdem ist für alle völlig unstrittig, dass die Gesundheit an dieser Stelle Vorrang hat", sagte Hannovers Sportlicher Leiter Gerhard Zuber.

Da der Bruder von Jannes Horn als Physiotherapeut für den niedersächsischen Rivalen Eintracht Braunschweig arbeitet, wurde am Donnerstag auch bei dem Drittliga-Club das Training abgesagt. Florian Horn wurde nach Angaben seines Vereins ebenfalls für zwei Wochen in eine häusliche Quarantäne geschickt. Am Abend veröffentlichte die Eintracht jedoch eine Entwarnung: "Es gibt keinen Verdachtsfall bei Eintracht Braunschweig", heißt es in der Einschätzung des zuständigen Gesundheitsamts. "Der Mann zeigt, ebenso wie seine Familie, bisher keine Symptome. Damit ist er bisher kein begründeter Verdachtsfall und es wird auch vorerst kein Abstrich genommen."

Bei Hübers und Jannes Horn handelt es sich nach Angaben von Hannover 96 "sehr wahrscheinlich um zwei voneinander unabhängige Einzelfälle". Das bedeutet: Beide haben sich nach derzeitigem Erkenntnisstand an unterschiedlichen Orten mit dem SARS-CoV-2-Virus angesteckt.

Nach dem Bekanntwerden des positiven Tests bei Hübers hatten die 96er vorsorglich ihre gesamte Profimannschaft sowie ihr Trainerteam und den Betreuerstab getestet. Das Resultat: "Mit Jannes Horn ist ein weiterer Spieler positiv auf das Virus getestet worden. Alle anderen Testergebnisse waren negativ", heißt es in der Mitteilung des Clubs.

Die Entscheidung, den Profikader und auch die Physiotherapeuten der 96er als Vorsichtsmaßnahme unter häusliche Quarantäne zu stellen, fällte am Donnerstag das Gesundheitsamt der Region Hannover. Das Trainerteam um Kenan Kocak und auch der Sportchef Zuber sind nach Angaben des Vereins nicht von der Quarantäne betroffen, da ihre "Art des Kontaktes" zu den betroffenen Spielern vom Gesundheitsamt anders eingestuft wurde als die der Mitspieler und der Physios.

"Ein direkter persönlicher Kontakt mit den Spielern in Quarantäne ist natürlich nicht möglich - dennoch werden wir alle anderen Möglichkeiten nutzen, unsere Profis bestmöglich zu versorgen und zu unterstützen", sagte Zuber.

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