Werder Bremen
Wie Rekordtransfer Davy Klaassen sein Debüt erlebte

Lauffreudig, aber nach vorn glücklos war der erste Auftritt des Niederländers. Zufrieden war er mit dem 1:1 gegen Hannover 96 nicht.

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Davy Klaassen (links) soll dem Werder-Spiel neue Impulse geben. dpa-Bild: Carmen JaspersenBild:
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Bremen Seine stärkste Szene hatte Davy Klaassen Anfang der zweiten Halbzeit. Mit dem Rücken zum Tor stehend leitete er den Ball direkt und technisch hochwertig auf Ludwig Augustinsson weiter, der Schwede jedoch schoss freistehend aus elf Metern am Tor vorbei – es hätte zu diesem Zeitpunkt das 1:0 für Werder Bremen gegen Hannover 96 sein müssen.

„Wenn wir in Führung gehen, gewinnen wir auch“, stellte Klaassen später fest und machte keinen Hehl daraus, dass er „enttäuscht“ ist nach dem 1:1 in seinem ersten Bundesligaspiel für die Bremer: „Bei allem Respekt für Hannover, aber zuhause müssen wir gegen sie gewinnen.“

Klaassens Vorlage auf Augustinsson hätte dafür der „Dosenöffner“ sein können, so aber war die auffälligste Aktion des Bremer Rekordtransfers nur eine Randnotiz eines durchwachsenen Saisonstarts. Der Niederländer, für etwa 15 Millionen Euro vom FC Everton verpflichtet, agierte bei seinem Debüt wie so viele seiner Teamkollegen: bemüht, mit viel Einsatz, aber zumeist glücklos. „Hannover hat mit zwei Viererketten sehr gut verteidigt, wir haben nicht so die Lücken gefunden, wie wir es wollen“, analysierte er.

In der Rolle des Achters im halblinken Mittelfeld soll der 25-Jährige künftig wie sein Nebenmann Maximilian Eggestein immer wieder mit in die Spitze stoßen und für mehr Torgefahr aus dem Bremer Zentrum als in der vergangenen Saison sorgen. Die Ansätze, dass Klaassen diese Wege in den Strafraum sucht, waren gegen Hannover bereits zu erkennen. Bei einigen Fehlpässen und Abstimmungsproblemen wurde aber auch deutlich, dass der frühere Spieler von Ajax Amsterdam noch etwas Zeit braucht, um sich in seiner neuen Mannschaft zurechtzufinden. „Es fehlen noch die Automatismen, das muss wachsen“, erkannte der Blondschopf.

„Er war sicher noch nicht so weit in der Tiefe, wie wir es gern haben wollen“, monierte auch Trainer Florian Kohfeldt. Dennoch habe er ein „gutes Spiel, ohne herauszustechen“ vom teuersten Zugang der Bremer Vereinsgeschichte gesehen. Mit 12,77 Kilometern war Klaassen der lauffreudigste Spieler auf dem Platz. „Ich bin eigentlich nie nach einem Spiel mit mir zufrieden“, sagte er indes selbstkritisch.

So richtig glänzen taten seine Augen erst, als er auf die Stimmung im Weserstadion angesprochen wurde. Es sei eine „tolle Atmosphäre“ gewesen, er hätte das schon vorher von seinen Teamkollegen gehört. Das Publikum sei vergleichbar mit dem in Amsterdam, in Liverpool beim FC Everton dagegen sei es ruhiger zugegangen. Für einen weiteren Vergleich, dem des Fußball-Stils in den Niederlanden, England und Deutschland, wollte der Rechtsfuß sich nicht hinreißen lassen. „Das ist schwer zu sagen nach einem Spiel, aber ich fühle mich sehr wohl in Bremen“, sagte Klaassen. An diesem Samstag (15.30 Uhr) bei Eintracht Frankfurt hat er die nächste Chance, mit seinen Aktionen mehr als nur eine Randnotiz zu werden.

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