Bremen Fehlstart in das neue Jahr: Werder Bremen hat im ersten Heimspiel 2021 einen empfindlichen Rückschlag in der Fußball-Bundesliga hinnehmen müssen. Nach einem insgesamt schwachen und in der Offensive abermals enttäuschenden Auftritt verloren die Bremer am Samstagnachmittag im Weserstadion mit 0:2 (0:2) gegen Union Berlin. Während Werder mit 14 Punkten aus 14 Partien weiterhin den Blick nach unten richten muss, kletterten die in dieser Saison stark aufspielenden Hauptstädter auf den vierten Tabellenplatz. Sheraldo Becker (12. Minute) und Taiwo Awoniyi (29.) trafen schon vor der Pause für die besseren und effizienteren Gäste.

Die personellen Veränderungen

Trainer Florian Kohfeldt hatte im Vergleich zum 3:0-Erfolg bei Hannover 96 in der zweiten Runde des DFB-Pokals vier Veränderungen vorgenommen. Wie erwartet rückten Marco Friedl und Ömer Toprak nach kleineren Blessuren zurück in die Abwehrkette, für sie mussten Kapitän Niklas Moisander und Milos Veljkovic zurück auf die Bank. In der Offensive standen etwas überraschend sowohl Yuya Osako als auch Leonardo Bittencourt von Beginn an auf dem Platz. Der zuletzt formstärkere Tahith Chong und Jean-Manuel Mbom schauten zunächst nur zu. Eren Dinkci, der im letzten Bundesligaspiel bei Mainz 05 bei seinem Profi-Debüt den 1:0-Siegtreffer kurz vor Schluss erzielt hatte, schaffte es nicht einmal in den Kader, weil in Niclas Füllkrug und Davie Selke zwei etablierte Kräfte nach ihren Verletzungen ins Aufgebot zurückkehrten. Der an einem Magen-Darm-Infekt erkrankte Kevin Möhwald fehlte kurzfristig.

Die taktischen Veränderungen

Kohfeldt ließ dieses Mal mit einer klaren Viererkette (Gebre Selassie, Toprak, Friedl, Augustinsson) und davor den beiden Sechsern Maximilian Eggestein und Christian Groß spielen. Offensiv bildeten Rechtsaußen Romano Schmid, der zentrale Osako und Linksaußen Bittencourt hinter Stürmer Joshua Sargent die Angriffsreihe. So hatte Werder eine Offensivkraft mehr auf dem Platz, was gegen die oft defensiv auftretenden Berliner für mehr Ideen im Angriffsspiel sorgen sollte.

Die erste Halbzeit

Werders Viererkette wurde in der 12. Minute das erste Mal auf die Probe gestellt - und gleich überrumpelt. Nach einem Bremer Ballverlust in der gegnerischen Hälfte spielte Union einen schnellen Vertikalball. Taiwo Awoniyi setzte sich zwischen Toprak und Friedl ab, spielte quer auf Becker und der traf mit links rechts unten zur Berliner Führung. Der erste Bremer Warnschuss kam von Bittencourt erst in der 22. Minute und ging deutlich über das Tor. Ein von Bittencourt abgefälschter Eggestein-Fernschuss brachte das erste Mal etwas mehr Torgefahr (28.), doch im Gegenzug schlug erneut Union zu. Friedl leistete sich unter Bedrängnis einen Fehlpass, Berlin schaltete erneut schnell um und Awoniyi spitzelte den Ball an dem unglücklich aussehenden Werder-Torwart Jiri Pavlenka vorbei zum 2:0 ins Netz (29.). Friedl und Kohfeldt sahen ein Foul am Österreicher, ein Pfiff blieb aber zurecht aus. Beim besten Bremer Angriff der ersten Halbzeit hatte das Team Pech: Sargent steckte auf Schmid durch, der traf ins lange Eck - und stand dabei aber ganz knapp im Abseits, was der Videobeweis untermauerte (45.).

Die zweite Halbzeit

Auf die schwache erste Halbzeit reagierte Kohfeldt und brachte Mbom und Selke für die blassen Bittencourt und Osako. Werder hatte zwar mehr Ballbesitz, doch gefährlicher waren weiter die Köpenicker. Nach einem Konter schoss Grischa Prömel den Ball aus 16 Metern knapp vorbei (56.). Ein Volleyschuss von Becker segelte zudem am langen Pfosten vorbei (64.). Werder wirkte zunehmend ratloser, suchte verzweifelt nach Ideen im Angriffsspiel, fand sie aber nicht. Union präsentierte sich äußerst stabil, wirkte in den Zweikämpfen jederzeit überlegen und physisch deutlich stärker als die Bremer. Die beste Chance der Gastgeber hatte Selke nach einem Eckball von Augustinsson (67.), der eingewechselte Angreifer setzte einen weiteren Abschluss über das Tor (72.). Eine Viertelstunde setzte Kohfeldt mit den Einwechslungen von Füllkrug und Chong für Augustinsson und Schmid alles auf eine Karte. Torgefährlicher wurde Werder dadurch aber nicht mehr.

Die nächste schwere Aufgabe

Nach dem Fehlstart ins neue Jahr wartet am kommenden Samstag (15.30 Uhr) die nächste ganz schwere Aufgabe auf die Bremer. Bei Bayer Leverkusen muss sich die Mannschaft schon sehr steigern, um erneut ungemütliche Januar-Tage an der Weser zu vermeiden.

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Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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