Bremen Wochenlang herrschte Stillstand, nun hat Werder Bremen binnen drei Tagen den zweiten neuen Mann für die Offensive verpflichtet. Nach dem am Mittwoch verpflichteten Marvin Ducksch (27/für rund 3,5 Millionen Euro von Hannover 96) holten die Bremer am Freitag Roger Assalé (27) per Einjahres-Ausleihe mit anschließender Kaufoption vom französischen Zweitligisten FCO Dijon. Der 1,67 kleine Angreifer von der Elfenbeinküste hat bei seinen früheren Stationen oft im Sturmzentrum agiert, ist bei Werder aber vor allem als Flügelstürmer eingeplant – und bringt der Bremer Offensive damit mehr Flexibilität.

Wer ist der neue Mann?

„Er ist ein wuchtiger, schneller und dribbelstarker Offensivspieler, der mit seinen Aktionen für viel Belebung im Spiel sorgen kann“, charakterisierte Sportchef Frank Baumann den neuen Mann. Er habe ihn schon länger beobachtet. „Wir haben ihn 2015 das erste Mal bei einem U-20-Spiel der Elfenbeinküste gesehen“ verriet Clemens Fritz, Werders Leiter Profifußball. Vor allem bei den Young Boys Bern, mit denen Assalé zweimal Schweizer Meister wurde und bei denen er in der Spielzeit 2017/18 zwölf Treffer und elf Assists ablieferte sowie 2018/19 auf neun Tore und elf Assists kam, spielte er sich auf die Notizzettel mehrerer Vereine. Nach einer zwischenzeitlichen Leihe zum damaligen spanischen Erstligisten CD Leganes wechselte Assalé im Sommer 2020 nach Dijon, mit dem er allerdings abstieg und bei dem nur auf ein Tor und eine Vorlage kam. „Er hat seine Stärken vor allem als Außenstürmer, kann aber auch in der zentralen Rolle im Angriff spielen“, sagte Baumann. „Er kann auf allen Positionen in der Offensive spielen, er sieht sich aber auf dem Flügel. Mit seiner Dynamik kann er Eins-gegen-eins-Situationen lösen“, erklärte Trainer Markus Anfang.

Was bedeutet das für die Bremer Offensive?

Ob Assalé schon an diesem Sonntag (13.30 Uhr) im Heimspiel gegen Hansa Rostock bereits im Bremer Kader oder gar in der Startelf stehen wird, stand am Freitag noch nicht fest. Werder wartete auf die endgültige Freigabe des französischen Verbandes. Assalé trainierte am Freitagnachmittag zumindest erstmals mit dem Team. Da Ducksch direkt gesetzt sein wird, dürfte Assalé im von Coach Anfang favorisierten 4-3-3-System seinen Platz auf der linken offensiven Seite finden, wo bisher Felix Agu (eigentlich ein Außenverteidiger) notgedrungen spielte. Rechts offensiv war zuletzt Eren Dinkci erste Wahl.

Verliert Füllkrug nun seinen Stammplatz?

Damit könnte dem in der Tor- und Formkrise befindlichen Niclas Füllkrug in den kommenden Wochen erst einmal die Bank drohen. Trainer Anfang wollte davon am Freitag aber nichts wissen. „Wer spielt, bestimme nicht ich, das bestimmen die Jungs mit ihren Leistungen auf dem Feld alleine“, sagte der Coach zu der Frage, ob Ducksch und Füllkrug auch gemeinsam spielen könnten. Theoretisch könne Ducksch auch auf der Zehn auflaufen. Füllkrug sei durch den Transfer nicht automatisch außen vor. „Wir können auch mit drei Stürmern spielen“, meinte Anfang.

Kommen noch weitere neue Spieler?

Bis zum kommenden Dienstag ist das Transferfenster noch geöffnet. Sowohl Zugänge als auch Abgänge sind bin dahin weiterhin möglich. „Wir wollen nichts ausschließen. Es hängt davon ab, wo noch eine Tür aufgeht“, sagte Fritz. Vor allem Ausleihen könnten eine Rolle spielen. „Es muss wirtschaftlich passen. Dann sind wir in der Lage, etwas umsetzen“, meinte Fritz bezogen auf die wirtschaftlichen Zwänge.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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