Bremen Wenn Anton Stach an diesem Dienstag (20.45 Uhr) mit Zweitligist Greuther Fürth am Bremer Weserstadion ankommt, wird er aller Voraussicht nach viele Hände schütteln – in Corona-Zeiten könnten es allerdings auch Begrüßungen mit geballter Faust werden. Denn der 22-Jährige hat nicht nur im Nordwesten, sondern auch beim SV Werder seine Fußstapfen hinterlassen.

Früh nach Bremen

Geboren in Buchholz an der Nordheide wechselte Stach im Alter von 13 Jahren in die Jugend des SV Werder. Dort trainierte ihn in der U 16 Florian Kohfeldt, heutiger Trainer des Bundesligisten und Gegner im Achtelfinale des DFB-Pokals. „Ich freue mich sehr, ihn wiederzusehen. Früher ging er mir bis zum Bauchnabel, heute ist er der körperlich stärkste Spieler von Fürth. Er kann ein Spiel leiten und lenken – das macht er in Fürth herausragend“, sagte Kohfeldt am Montag über Stach. In der U 17 der Bremer spielte Stach gemeinsam mit Jean-Manuel Mbom, ehe er 2015 weiterzog.

Ruhiger letzter Transfertag in Bremen

Werder Bremen wird mit Milot Rashica in die restlichen Partien der Fußball-Bundesliga gehen. Der 24-jährige Angreifer aus Kosovo bleibt, wie Geschäftsführer Frank Baumann am Montag bestätigte. „Im Laufe der Transferphase gab es die eine oder andere Anfrage für Milot. Wir waren mit einem Club auch konkreter im Austausch, am Samstag war aber klar, dass wir uns auf kein Konstrukt einigen können“, sagte Baumann. Bei dem Interessenten soll es sich laut mehreren Medienberichten um Hertha BSC gehandelt haben. Insgesamt stellte Baumann fest: „Es war einer der ruhigsten letzten Transfertage der vergangenen Jahre.“

Ein Jahr Oldenburg

In der Spielzeit 2015/16 lief er für die U 19 des JFV Nordwest in der A-Junioren-Regionalliga auf. Weil die Oldenburger es „nur“ in die Relegation zur Bundesliga schafften (die sie später gewannen und aufstiegen), entschied sich Stach nach einem Jahr zu einem Wechsel zum VfL Osnabrück – die Lila-Weißen, bei denen er mit Felix Agu zusammen kickte, konnten ihm Bundesligafußball garantieren. In 26 Partien kam er dort auf acht Tore und vier Vorlagen.

Gastspiel in Jeddeloh

Wiederum eine Saison später kehrte Stach in die Region zurück. Der Schritt in Osnabrück aus der A-Jugend in die damals dritte Liga der Männer war zu groß, sodass der groß gewachsene Mittelfeldspieler (1,94 Meter) beim SSV Jeddeloh anheuerte. Bei den Ammerländern war er 2017/18 gesetzt, kam auf 27 Einsätze mit vier Treffern und drei Assists. „Er ist ein unglaublich intelligent veranlagter, hart arbeitender und selbstkritischer Junge“, charakterisierte sein damaliger SSV-Trainer, Key Riebau (aktuell Atlas Delmenhorst), den Spieler am Montag auf Nachfrage dieser Redaktion.

Zwei Jahre ein Wolf

Auch im Ammerland hielt es den Wandervogel lediglich ein Jahr. Der ambitionierte VfL Wolfsburg II wollte mit Stach nach mehreren gescheiterten Versuchen den Drittliga-Aufstieg schaffen. Stach kam in zwei Spielzeiten auf 40 Einsätze mit sechs Toren und sechs Vorlagen. Der Aufstieg mit den „Wölfen“ blieb ihm verwehrt, allerdings hatte Stach mit seinen guten Leistungen erneut einen anderen Verein auf sich aufmerksam gemacht.

Erstmals im Süden

So zog es das Talent erstmals aus dem Norden des Landes in den Süden. Seit dieser Spielzeit kickt Stach für den Zweitligisten aus Fürth. Obwohl der Sprung aus der vierten in die zweite Liga als sehr groß erscheint, hat er sich bei den Kleeblättern schon jetzt einen Stammplatz erspielt. In 16 von 19 Spielen kam Stach zum Einsatz – zuerst zumeist als Joker, inzwischen aber als Stammspieler. In sieben der vergangenen neun Partien des Überraschungsvierten, der vom Aufstieg träumen darf, stand er in der Startelf. Beim Pokal-Zweitrundencoup bei der TSG Hoffenheim, als die Fürther mit 9:8 im Elfmeterschießen gewannen, warf sich Stach 106 Minuten lang in die Zweikämpfe, ehe er entkräftet ausgewechselt wurde.

Nun gegen Werder

Gerade dieser Sieg dürfte Werder gewarnt haben, dass die Mittelfranken nicht zu unterschätzen sind. „Das wird eine große Herausforderung. Fürth spielt mutigen Kombinationsfußball. Ich traue ihnen den Aufstieg zu“, sagte Kohfeldt. Dann wäre Wandervogel Stach nach vielen Wechseln im deutschen Fußball-Oberhaus angekommen. „Sein Weg ist nicht zu Ende. Anton kann dauerhaft in der Bundesliga spielen“, legte sich Kohfeldt fest.

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Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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