ROSTOCK Jürgen Brähmer hat schon viel erlebt, im größten Moment seiner bisherigen Box-Karriere fehlte ihm aber die Erfahrung. Immer wieder prasselte der Schlaghagel von Titelverteidiger Hugo Hernan Garay vor 4500 Zuschauern in der Rostocker Stadthalle auf ihn ein. Wirklich viel entgegenzusetzen hatte der Schweriner dem Argentinier im ersten WM-Kampf seiner Laufbahn nicht. Garay gewann einstimmig nach Punkten.

„Die Enttäuschung ist natürlich groß. Ich habe meine technischen Stärken zu wenig genutzt. Der Fehler war, dass ich Garay im offenen Schlagabtausch begegnen wollte“, meinte der zwar nicht körperlich, aber doch emotional niedergeschlagene Brähmer.

Erst vor gut einem halben Jahr war Brähmer vom angestammten Supermittel- ins Halbschwergewicht aufgestiegen und hatte nach nur einem Kampf in der neuen Klasse auf einen WM-Fight gedrängt. „Der Kampf kam nicht zu früh. Wenn man eine WM-Chance erhält, will man diese auch nutzen. Die Erfahrung wird mich weiterbringen“, sagte Brähmer, der in 33 Profikämpfen nun 31 Siege (25 durch K.o.) und zwei Niederlagen zu Buche stehen hat.

Auch Promoter Klaus-Peter Kohl wollte die Pleite seines Schützlings nicht überbewerten. „Jürgen hat in der neuen Gewichtsklasse zwar Lehrgeld bezahlt, ich bin aber guter Hoffnung, dass er den nächsten Schritt machen wird. In Sachen Schlagkraft und Tempo konnte er mithalten“, meinte der Hamburger und zeigt sich weiter geduldig. Einst hatte er Brähmer als „Jahrhunderttalent“ gepriesen, doch dieser warf sich durch Jahre im Gefängnis selbst aus der Bahn.

Jetzt soll die Karriere des inzwischen 30-Jährigen trotz des sportlichen Rückschlags endlich beginnen. Zumal sich das Lager von WBA-Champion Garay zu einem zweiten Kampf bereit erklärte. Auch ein Duell Brähmers gegen seinen Stallgefährten, WBO-Weltmeister Zsolt Erdei, scheint möglich. Der Ungar, der Garay zweimal umstritten nach Punkten besiegte, verteidigt seinen Titel wohl am 10. Januar gegen den Ukrainer Juri Baraschijan.

Im Rahmenprogramm verteidigten Ina Menzer aus Mönchengladbach und die Stuttgarterin Alesia Graf ihre WM-Titel mit einstimmigen Punktsiegen. Die in 22 Kämpfen ungeschlagene WBC- und WIBF-Weltmeisterin Menzer bezwang Adriana Salles aus Brasilien und hielt ihre Gürtel im Federgewicht.

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