OLDENBURG Mogens Palle schüttelte den Kopf. „Ich kann das immer noch nicht verstehen“, sagte der Manager von Mikkel Kessler, dem WBA-Weltmeister im Super-Mittelgewicht aus Dänemark. „Ich habe Respekt vor der Person und dem Boxer Danilo Häußler. Aber warum bekommt er einen WM-Kampf? Er hat zuletzt im Dezember 2007 im Ring gestanden!“

Die Vorstellung der Protagonisten für den Boxabend am Sonnabend in der Oldenburger Weser-Ems-Halle (Beginn 18.30 Uhr, ARD überträgt ab 22.20 Uhr) war am Donnerstag gerade beendet, da brach es aus Palle heraus. „Es ist lächerlich, diesen Kampf anzusetzen. Warum darf Häußler den Weltmeister herausfordern? Er taucht in vielen Ranglisten gar nicht auf, nur die WBA führt ihn. Aber es ist eine Pflichtverteidigung, daher müssen wir uns diesem Kampf stellen. Auch wenn es ein Fehler ist, dieses Duell überhaupt anzusetzen.“

Im Kampf gegen den schlagkräftigen Champion Kessler müsse man sich ernsthaft Sorgen um die Gesundheit des Herausforderers und klaren Außenseiters machen. Für mögliche Folgen seien der Weltverband WBA und der veranstaltende Sauerland-Boxstall verantwortlich, so Palle weiter.

Die Diskussion darüber, wie im Wirrwarr der verschiedenen Weltverbände Kämpfe zustande kommen, ist fast so alt wie das Profiboxen selbst. Hagen Doering, Sportkoordinator bei Sauerland, kann die Aufregung deshalb nicht verstehen. „Vor einigen Monaten hat Kessler gegen Dimitri Sartison um den damals vakanten WM-Titel der WBA geboxt, obwohl laut Weltrangliste Häußler der Gegner von Kessler hätte sein müssen“, berichtete er. „Damals hatte Herr Palle aber nichts dagegen, dass sein Boxer als Nummer eins der WBA-Weltrangliste im heimischen Kopenhagen gegen die Nummer drei statt die Nummer zwei boxt.“

Die beiden Kämpfer blendeten den Streit um die Ansetzung derweil aus. „Es ist die Chance, auf die ich in meinen elfeinhalb Jahren als Profi gewartet habe“, sagte Häußler. „Schon allein durch diesen Kampf wird für mich ein Traum wahr.“ Sein Trainer Manfred Wolke prognostizierte, dass die Chancen Häußlers mit zunehmender Kampfdauer steigen würden. „Wir werden nicht den Fehler machen, von Beginn an das höchste Tempo zu gehen“, sagte Wolke, der 1968 für die DDR bei den Olympischen Spielen in Mexiko-Stadt Gold gewonnen hatte.

Kessler wollte sich derweil nicht an der Diskussion über mögliche frühe Niederschläge beteiligen: „Ich gehe von einem Kampf über zwölf Runden aus.“

Marco Huck vs. Brian Minto Infos und Bilder zum aktuellen Boxkampf in Oldenburg

Hauke Richters Leitung / Sportredaktion
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