Bologna Die Doppelpacker Luca Waldschmidt und Nadiem Amiri fielen einander völlig ausgepumpt um den Hals, der schweißgebadete Stefan Kuntz herzte jeden seiner Überflieger: Die kampf- und nervenstarke deutsche U 21 hat in einem dramatischen EM-Halbfinale Rumänien in der Hitze von Bologna 4:2 (1:2) niedergerungen und greift an diesem Sonntag (20.45 Uhr/ARD) nach dem insgesamt dritten EM-Titel. Im Endspiel wartet Spanien, das in seinem Halbfinale gegen Frankreich 4:1 gewann.

„Es waren unglaubliche Temperaturen. In der Halbzeit haben wir uns in Ruhe darüber unterhalten, ob das die Art und Weise ist, wie wir uns aus dem Turnier verabschieden oder ob wir den Kampf nochmal annehmen wollen“, sagte Kuntz nach dem „Saunagang“: „Ich kann keinen herausheben, es war eine tolle Mannschaftsleistung. Ich habe einfach ein Klasse-Team.“

Herauszuheben waren dennoch die Torschützen: Der Freiburger Waldschmidt per Foulelfmeter (51. Minute) und per Freistoß in der 90. Minute sorgte nach der Pause für die Wende. Der Hoffenheimer Amiri (21./90.+4) traf bei seinem Startelf-Debüt ebenfalls doppelt.

„Ich glaube, in der ersten Halbzeit waren wir nicht so gut da. In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gespielt. Am Ende hat es gereicht“, sagte Waldschmidt, der mit nun sieben Treffern den Turnierrekord des Schweden Marcus Berg einstellte. Amiri meinte: „Ich bin einfach nur überglücklich. Wir hatten einen Plan, mich fit zu bekommen. Ich danke dem Trainer, dass er mir das Vertrauen geschenkt hat.“

Nach Amiris 1:0 hatte das DFB-Team zeitweise die Kontrolle verloren und war durch zwei Treffer von George Puscas per Foulelfmeter (26.) und Kopfball (44.) sogar in Rückstand geraten.

Von einem „Auswärtsspiel“ hatte Kuntz vor Anstoß gesprochen, gut 10 000 der 16 211 Zuschauer drückten den Rumänen die Daumen. In der hitzigen Atmosphäre behielt das deutsche Team aber kühlen Kopf, ließ sich auf keine Scharmützel ein und hatte zunächst mehr vom Spiel. Allerdings fehlte es angesichts der 37 Grad Celsius auf beiden Seiten an Tempo. „Brutal. Ich bin schon auf der Tribüne eingegangen“, sagte der gesperrt fehlende Benjamin Henrichs über die Hitze.

Rumänien erwies sich als zäher, laufstarker und technisch versierter Gegner, der den deutschen Fußballern alles abverlangte. Schon nach 15 Minuten wurde das Spiel für eine Trinkpause unterbrochen, was dem DFB-Team guttat. Der in die Startelf gerückte Hoffenheimer Amiri marschierte nahezu ungestört durch das Mittelfeld, ließ sich auch von einem Trikotzupfer nicht stören und traf aus 17 Metern mit einem Flachschuss ins linke Eck. Amiri ersetzte Marco Richter, der dreimalige EM-Torschütze des FC Augsburg musste auf der Bank Platz nehmen.

Anschließend verlor das DFB-Team komplett die Kontrolle und lag verdient zur Pause mit 1:2 hinten. Schalke-Schlussmann Alexander Nübel bewahrte seine Mannschaft kurz vor der Halbzeit sogar vor dem 1:3.

Erst zu Beginn des zweiten Durchgangs zeigte sich die deutsche Mannschaft wieder konzentrierter. Die Belohnung folgte prompt: Hagi riss Dahoud an der Strafraumgrenze zu Boden, Waldschmidt nahm das Geschenk dankend an und verwandelte vom Punkt. Anschließend lieferten sich beide Teams ein offenes, spannendes Duell auf Augenhöhe.

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