RUHPOLDING Arnd Peiffer verzog enttäuscht das Gesicht, aus den 26 000 Kehlen in der Chiemgau Arena hallte ein lautes „Oh“ durch das Tal: Der Fehler im letzten Schuss kostete den 24-Jährigen alle Chancen auf den WM-Titel. Nur Minuten später ereilte Andreas Birnbacher das gleiche Schicksal. Als sich dann auch noch Michael Greis seinen einzigen Fehler im letzten Anschlag leistete, war klar: An diesem Tag gab es für die deutschen Biathleten in Ruhpolding keine Medaille.

Birnbacher verfehlte als Vierter Bronze um 0,8 Sekunden. Männer-Trainer Fritz Fischer flüchtete sich in Galgenhumor: „Welche Nation kann schon im letzten Schießen drei Weltmeistertitel aus der Hand geben?“ Nach dem vorletzten Schießen hatte das Trio mit Platz 1, 2 und 5 noch auf Titelkurs gelegen.

Birnbacher, der mit lediglich 13,1 Sekunden Rückstand auf den neuen Weltmeister Jakov Fak aus Slowenien kurzzeitig auf Bronze gehofft hatte, haderte mit sich selbst: „Ich habe gedacht: Den treffe ich jetzt auch noch. Aber habe ich dann leider doch nicht. Es ist schon wirklich bitter, wenn man sieht, dass es sonst Gold gewesen wäre.“

Auch Peiffer war bedient. „Ich habe gekämpft um die Schüsse. Mit einem Fehler hätte es nach ganz vorne gereicht, da muss man sich schon ärgern“, sagte der 24-Jährige aus dem niedersächsischen Clausthal-Zellerfeld. Bei Faks Überraschungssieg vor dem Franzosen Simon Fourcade und dem Tschechen Jaroslav Soukup belegte Peiffer mit 36,5 Sekunden Rückstand Rang sieben. Er hatte sich im Gegensatz zu Birnbacher und dem Elften Greis (58,2 Sekunden zurück) im letzten Stehendanschlag sogar zwei Strafminuten eingehandelt.

Bundestrainer Uwe Müssiggang stellte klar: „Der letze Schuss ist immer der schwierigste, weil jeder weiß, dass es dann um die Medaille geht. Man hat keine Fehler gesehen. Keiner war zögerlich oder hat angefangen, nachzudenken. Es war das berühmte Quäntchen, was gefehlt hat, es waren keine schwerwiegenden Fehler“, sagte Müssiggang: „Was uns ärgert, ist, dass sie zum Schluss alle zum Weltmeistertitel bereitstanden.“

Treffsicherer wollen sich Magdalena Neuner und Andrea Henkel über die 15 Kilometer an diesem Mittwoch (15.15 Uhr/ARD) präsentieren. „Ich denke, ich bin gut vorbereitet. Klar ist im Hinterkopf, dass dies ein Titel ist, der mir noch fehlt“, sagte Rekord-Weltmeisterin Neuner, die in diesem Wettkampf noch keine Medaille gewonnen hat.

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