Berlin (dpa) - Mit der Verpflichtung von Nationalspieler Maodo Lo treibt Basketball-Meister Alba Berlin die Mission Titelverteidigung voran.

Während der 27-Jährige von Ex-Champion FC Bayern München in seine Geburtsstadt wechselt, darf der Double-Gewinner auch auf eine weitere Zusammenarbeit mit Erfolgstrainer Aito Garcia Reneses hoffen. Wie mehrere spanische Medien übereinstimmend berichten, soll der Coach die Hauptstädter auch in der kommenden Saison führen. Die Berichte aus Aitos Heimat kommentierte Alba zwar noch nicht, doch der Routinier ist der Wunschkandidat für den Job an der Seitenlinie.

Auf dem Parkett verstärkte sich Alba am Mittwoch schon mit Lo. "Inmitten dieser verrückten und ungewissen Zeit, in Kombination mit einigen familiären Umständen bei mir, ist es viel wert für einen Berliner Jungen wie mich, Zuhause zu sein", sagte der Aufbauspieler, der zunächst für eine Spielzeit unterschrieb. Zwei Saisons war er in München aktiv und feierte mit dem Club 2019 die Meisterschaft. In diesem Jahr war bereits im Viertelfinale Schluss für den Favoriten.

Die Bayern müssen nun den Weggang des nächsten Leistungsträgers verkraften, nachdem bereits Kapitän Danilo Barthel zu Fenerbahce Istanbul wechselte und Center-Star Greg Monroe nicht zurückerwartet wird. Durch den Abschied aus München kommt es für Lo zudem nicht zum Wiedersehen mit Bayerns Neu-Coach Andrea Trinchieri, unter dem er schon knapp zwei Jahre in Bamberg aufgelaufen war.

In Berlin trifft er nun auf eine ganz neu formierte Mannschaft. Im Italiener Simone Fontecchio und dem gebürtigen Hamburger Louis Olinde sicherte sich Alba zuletzt schon die Dienste zweier Nationalspieler. Auch Center Ben Lammers aus den USA ist neu, während Leistungsträger wie Rokas Giedraitis, Landry Nnoko oder Martin Hermannsson den Club verließen und sich für lukrativere Angebote im Ausland entschieden.

Bei Trainer Aito geht es hingegen nicht ums Geld. Im Alter von 73 Jahren kommt es dem Spanier vor allem darauf an, sich seine Kräfte gut einzuteilen. Berichten zufolge lautet seine Bedingung für eine Fortführung der Zusammenarbeit, dass er künftig nicht mehr bei allen Auswärtsspielen dabei sein muss. Diese ungewöhnliche Klausel soll jedoch nicht verhindern, dass Alba auch weiter auf ihn setzt.

Mit seinem Konzept, Talenten zu vertrauen und offensiv spielen zu lassen, genießt der Routinier nicht nur in Berlin längst hohes Ansehen. Alba hatte sich selbst kein zeitliches Limit für mögliche Verhandlungen vor dem Saisonstart im Oktober gesetzt. Der frühere spanische Nationalcoach, der mit seinem Land unter anderem bei Olympia 2008 in Peking Silber gewann, betreut die Berliner bereits seit 2017 und führte sie nach enttäuschenden Jahren wieder nach oben.

© dpa-infocom, dpa:200722-99-880495/5

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